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prcd-PRA
eine Gefahr für die Großspitze?


Vor kurzem hat ein Gentest bei einem weißen Großspitz bestätigt, was viele bereits seit langem befürchteten: Es gibt in der Population Träger von prcd-PRA, einer erblichen Augenkrankheit, die zur Erblindung führt. Sehr wahrscheinlich wurde dieser Gendefekt durch den Zuchteinsatz vom American Eskimo Dog eingebracht.

Susanne Klossner und Janet Scheidig haben sich bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt und möchten zur Aufklärung im Umgang mit diesem Gendefekt in der Zucht beitragen. Sie haben daher einen Artikel über die Vererbung und den Einsatz eines Gentests geschrieben, den wir gerne hier veröffentlichen.
 


© Text: Susanne Klossner & Janet Scheidig
in Rücksprache mit der Großspitzbeauftragten Birthe Hüttemann

 

Ab dem Jahr 2002 wurde in die deutsche Spitzzucht der American Eskimo Dog eingebracht. Der American Eskimo zählt seit Jahren offiziell zu den prcd-PRA betroffenen Rassen. Eine Untersuchung per Gentest ist seit 2005 möglich, jedoch wurde eine solche Untersuchung oder die offizielle Bekanntmachung der Resultate bei den American Eskimo Dogs nicht nachgeholt.
Inzwischen wurde bei mindestens einem Nachkommen der eingebrachten American-Eskimo-Dogs die Trägereigenschaft für prcd-PRA offiziell nachgewiesen. Deshalb muss davon ausgegangen werden, dass noch weitere Nachkommen betroffen sind und die Anlage an ihre Nachkommen weitergeben, oder schon weitergegeben haben.


Was ist prcd-PRA und wie vererbt sie sich?

Die prcd (progressive rod-cone degeneration = fortschreitender Stäbchen- und Zapfen-Schwund) ist eine in verschiedenen Hunderassen auftretende erbliche Augenerkrankung, die letztendlich zur Erblindung führt und nicht behandelt werden kann. Sie ist eine Form der PRA (progressiven Retina Atrophien / Netzhautschwund). Erkrankte Tiere zeigen zunächst Symptome der Nachtblindheit, verlieren dann immer mehr Sehkraft und erblinden schließlich komplett. Männliche und weibliche Tiere sind gleichermaßen betroffen.

Hervorgerufen wird die Erkrankung durch einen Gendefekt (Mutation) im doppelt vorliegenden prcd-Gen. Vererbt wird autosomal rezessiv – d.h. es können nur Tiere erkranken, die in beiden Genkopien die Mutation tragen. Das kann nur dann passieren, wenn beide Elterntiere die PRCD-Mutation tragen und beide die Mutation vererbt haben.


Erklärung zur Vererbung:

N/N (normal /clear/frei/A) Das Tier trägt nicht die prcd-PRA-verursachende Mutation. Es ist reinerbig für die Normalkopie des Gens und wird nicht erkranken.

N/PRA (Träger/carrier/B) Das Tier trägt in nur einer Genkopie die Mutation (Anlageträger) und erkrankt nicht, kann aber die prcd-PRA-Anlage mit 50%iger Wahrscheinlichkeit weitervererben.

PRA/PRA (betroffen/affected/C) Das Tier trägt in beiden PRCD-Genen die Mutation (reinerbiger Träger) und erkrankt mit hoher Wahrscheinlichkeit an prcd-PRA. Es vererbt die prcd-PRA Anlage mit 100%iger Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen weiter.

Vererbungsschema
  Elterntier 2
Elterntier 1 Befund Eltern: N/N
= normal
N/PRA
= Anlageträger
PRA/PRA
= betroffen
N/N
= normal
100% normal 50% normal
50% Anlageträger
100% Anlageträger
N/PRA
= Anlageträger
50% normal
50% Anlageträger
25% normal
50% Anlageträger
25% betroffen
50% Anlageträger
50% betroffen
PRA/PRA
= betroffen
100% Anlageträger 50% Anlageträger
50% betroffen
100% betroffen

 

Sowohl die VDH Zuchtordnung als auch das Tierschutzgesetz verbieten die Zucht mit kranken Tieren bzw. mit Tieren von denen zu erwarten ist, dass diese kranke Nachkommen hervor bringen.

Für die Zucht ist daher entscheidend, dass die Entstehung reinerbiger Träger PRA/PRA absolut vermieden werden muss, d.h. keine Verpaarungen von zwei Anlageträgern oder einem Anlageträger mit einem betroffenen Tier, oder zwei betroffener Tiere vorgenommen werden.

Die Existenz von Anlageträgern (N/PRA, B) in einer gesunden Population erhöht die Variabilität des gesamten Genpools, weshalb diese nicht kategorisch von der Zucht ausgeschlossen werden sollten. Verpaart man diese mit einem N/N Tier (frei, A - trägt zwei normale Genkopien), können die Nachkommen nur aus nicht betroffenen N/N-Tieren und nicht erkrankenden Anlageträgern (N/PRA, B) bestehen. Das Risiko, dass Nachkommen erkranken, ist damit ausgeschlossen!

Wegen des erst späteren Ausbruchs der Krankheit mit ca. 5 Jahren wird sie oft erst zu einem Zeitpunkt nachgewiesen, zu dem die Tiere unter Umständen bereits in der Zucht stehen. Es besteht die Gefahr, dass betroffene Tiere dann bereits das Defektgen weitervererbt haben. Da Anlageträger gar nicht erkranken, werden sie frühestens bei erkrankten Nachkommen identifiziert.
Daher ist für den Züchter das frühzeitige Wissen um die genetische Veranlagung seiner Tiere von besonderer Bedeutung. Der Gentest gibt eine eindeutige Auskunft über das Vorliegen der genannten Mutation. Der Züchter kann so unter Berücksichtigung der Information über die genetische Veranlagung mögliche Anpaarungen genau und gewissenhaft planen.


Wie geht’s weiter…

Sollen alle guten Veranlagungen eines Hundes, wie Charakter, gesunde Gelenke, gesundes, vollständiges Gebiss, ein Standardgemäßes Aussehen usw. wegen einem Krankheits-Gen, das per Gentest sehr einfach nachgewiesen und unter Kontrolle gebracht werden kann, mit einem Zuchtausschluss einfach „weggeworfen“ werden?

Können wir es uns beim Großspitz leisten, auf eine frische Blutlinie, die sich seit mittlerweile vier Generationen sehr standardgemäß gezeigt hat, zu verzichten? Bei PRA wissen wir, was wir in die Zucht nehmen, wir können es per Gentest feststellen, und kranke Tiere vermeiden, das können wir weder bei HD/ED, Allergien, Immunkrankheiten, Charakter, noch bei einem mittlerweile nicht selten auftretenden Jagdtrieb. Wobei wir zum Thema kommen wer alles getestet werden sollte. Wo kann ein Jagdtrieb, den der deutsche Spitz nicht zeigen sollte, herkommen? Wir können nicht ausschliessen, dass Fremdrassen, wissentlich oder nicht, in die deutschen Großspitze gekreuzt worden sind. Wir haben auch Registerhunde in die Großspitze eingekreuzt, von denen wir die Vorfahren nicht kennen, oder vom Aussehen her eine Fremdrasse nicht ausschliessen können…


Welche Großspitze testen?

Deshalb ist es wichtig, dass nebst allen Nachkommen der zwei importierten American Eskimo Dog Hündinnen, auch möglichst viele andere Großspitze (nachträglich) untersucht werden, um ein umfassendes Bild über die wahre Verbreitung zu bekommen und auch genügend freie Tiere zur Anpaarung an mögliche Anlageträger zu identifizieren. Sind beide Elternteile N/N, frei, A nachgewiesen, brauchen die Nachkommen theoretisch nicht mehr getestet werden, die nachfolgende Generation ist „per Elternnachweis“ oder im Fachausdruck „by descent“ frei. (Wie dies in der Praxis gehandhabt wird, entscheidet der Zuchtverein/Rasseclub!) Ist ein Elternteil Träger (N/PRA), müssen die Nachkommen unbedingt untersucht werden. Wird von diesen ein Träger nachgewiesen, der bereits Nachkommen hat, müssen diese wiederum untersucht werden.

Da der Spitz offiziell nicht zu den prcd-PRA betroffenen Rassen zählt und in den meisten Ländern, vermutlich auch in Zukunft, keine Testung erfolgen wird, wäre es an uns, neben der Gesunderhaltung der Hunde auch dafür Sorge zu tragen, eine weitere Verbreitung der prcd-PRA-Erbanlage in der Rasse zu vermeiden. Daher wäre es zu empfehlen das Zuchtziel darauf auszulegen, möglichst wenig neue Anlageträger zu züchten und durch frühzeitige Untersuchung im Welpenalter zu steuern, das ausschließlich N/N (frei, A) getestete Welpen den Weg in die Zucht finden.


Wie vorgehen für einen prcd-PRA Test?

Eine Information zum prcd-PRA Test durch Dr. Seefeldt Hauptzuchtwartin im VfDSp) ist in Vorbereitung. Wer jedoch jetzt schon seinen Hund testen lassen möchte, sollte folgende Punkte beachten, damit der Test auch tatsächlich anerkannt werden kann:

  • wichtigster Punkt: der Backenabstrich oder die Blutabnahme muss unbedingt von einem Tierarzt durchgeführt werden, der den Hund eindeutig identifiziert.
  • Die Probe muss mit Zuchtbuchnummer /Stammbaumnummer, Mikrochipnummer und vollständigem Zuchtname des Hundes versehen sein.
    Untersuchungsformular Laboklin: http://www.labogen.de
    (andere Labore sind möglich, wichtig ist das prcd-PRA getestet wird)
  • Auf dem Untersuchungsantrag muss unbedingt der Tierarzt als Auftraggeber aufgeführt sein, er gilt als befugte Person, der den Hund bei der Abnahme der Probe identifiziert hat.
  • Die Probe muss vom Tierarzt abgeschickt werden.
  • Unbedingt darauf achten, dass der Tierarzt bei der Rasse schreibt:
    Großspitz x American Eskimo Dog – oder Großspitz (Test für American Eskimo Dog). Es gibt keinen Test für deutsche Großspitze! Bei Laboklin kann gewählt werden welcher Test:
    „Partnerlabor“ – ca. 40,00 €, dauert etwa eine Woche, oder „Optigen“, ist mit Optigen-Certificat – kostet viermal so viel, wird nach USA geschickt und dauert vier Wochen.
  • Der Probe kann eine Kopie des Mitgliederausweises des Rasseclubs beigelegt werden, damit erzielt man einen Rabatt (den TA informieren, dann gibt er ihn sicher auch weiter).
  • Nach Erhalt des Ergebnisses nützt es unseren Großspitzen nur etwas, wenn es dem Zuchtverein/Rasseclub gemeldet und auch öffentlich bekannt gemacht wird, damit die Zucht geplant werden kann.
    Flächendeckend und für Züchter aller Länder einsehbar, bietet das die deutsche Datenbank an:
    http://www.datenbank-deutscher-spitz.de
    (Der Befund muss eingescannt und per Mail geschickt werden, damit der korrekte Eintrag zum Hund gemacht werden kann. Bei privater Durchführung (ohne Identifizierung durch einen TA), wird das deutlich vermerkt.)
     

Fazit

Eine breitgestreute, gute Information (keine Panikmache) ist jetzt das wichtigste für die Gesundheit unserer Großspitze und das weitere Einsetzen der eingekreuzten neuen Blutlinien. Auf diese zu Verzichten wäre ein Luxus, den wir uns beim weißen Großspitz auch nach einer Farb- oder Varietätenöffnung nicht leisten können. Jedenfalls, wenn wir ihn auch in weiß erhalten möchten!

 

Farbverpaarung schwarz x weiß

von Janet Scheidig

Die nachfolgende Präsentation zeigt die Farbgenetik die hinter einer schwarz x weiß Verpaarung steckt, diese wurde uns freundlicherweise von Frau Janet Scheidig ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt.

Anmerkung: Obwohl hier ganz konkret auf die Verpaarung von Großspitzen eingegangen wird, gelten die genetischen Hintergründe natürlich für alle Varietäten des deutschen Spitzes.

Die einzelnen Bilder sind durch Klick vergrößerbar und öffnen sich in einem neuen Fenster!

 

 

 

 

 

 

 

Parasiten und Würmer

 
 

© Text:  Dr. Anja Seefeldt
    Fotos:  Wikipedia
    Grafik:  CDC/Alexander J. da Silva, PhD/Melanie Moser

 
 
 

„Mein Hund hat doch keine Würmer!!!“ --Wirklich nicht, oder haben Sie es bisher nur nicht bemerkt? Glücklicherweise sind nur die wenigsten Hunde so stark verwurmt, dass Wurm(teile) auf dem Kot sichtbar sind oder am After kleben. Der Schaden, der durch Würmer angerichtet wird, auch abhängig vom Grad des Befalls, reicht u.a. vom „Stehlen“ von Nährstoffen,  Verdauungsstörungen, Organschäden (nicht nur im Darm, sondern auch z.B. in der Muskulatur durch Larvenwanderung), Blutarmut bis zur Schwächung des Immunsystems. Gerade bei Welpen oder kranken Tieren kann ein (starker) Wurmbefall durchaus zum Tode führen.

Aber nicht nur der Hund selbst ist gefährdet: Viele Wurmarten können auch auf den Menschen übertragen werden und dort z.T. massive Schäden anrichten (und im Extremfall auch den Tod herbeiführen). Und die Übertragung ist gar nicht einmal so unwahrscheinlich:

 
 

Toxascaris leonina Spulwurm des Hundes

 
 

Ei des Hundespulwurms (Toxascaris leonina) in
400-facher Vergrößerung

Foto: Joel Mills

 
 

Nach einer aktuellen Studie haben über 20 % aller Hunde in ihrem Fell unsichtbare Spulwurmeier. Dies betrifft besonders junge Hunde sowie welche mit dichter Unterwolle (Spitze!). Besonders ansteckungsgefährdet sind  Kinder, Senioren oder immungeschwächten Personen.

Um ein sinnvolles Entwurmungs- (oder Kotuntersuchungs-) Management betreiben zu können, sollte zunächst eine Risikoeinstufung erfolgen. Dieses sollte im Gespräch mit Ihrem Tierarzt passieren. Wichtige Faktoren sind dabei z.B. Alter des Hundes, Kontaktpersonen (Kinder, Kranke...), Haltungsform (schläft mit im Bett; Haltung mehrerer Hunde/Katzen; Freilauf), Ernährung (Fütterung von rohem Fleisch; Kotfressen; Fressen von Nagetieren), Auslandsreisen und Nutzung (Führen zur Jagd).

 

Auch bei geringerem Risiko sollten Hunde mindestens 4 x jährlich entwurmt bzw. auf Wurmbefall untersucht werden. Bei hohem Risiko empfiehlt sich eine monatliche Entwurmung, da von bestimmten Wurmarten bereits 3 Wochen nach der Infektion Eier ausgeschieden werden. Da Wurmmittel keine prophylaktische (=vorbeugende) Wirkung haben, muss davon ausgegangen werden, dass sich ein Hund direkt nach einer Entwurmung wieder neu anstecken kann. Hinsichtlich des geeigneten Entwurmungsmittels sollten Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten lassen, denn nicht alle Präparate bekämpfen die gleichen (oder gar alle) Wurmarten.

Prinzipiell können zur Parasitenkontrolle auch Kotuntersuchungen vorgenommen werden. Damit wird überprüft, ob ein Tier Wurmeier ausscheidet. Finden sich Hinweise auf einen Wurmbefall, wird der Hund behandelt. Da die Eier jedoch nicht ständig ausgeschieden werden, ist es nötig, eine Sammelkotprobe (über 3 Tage) zu untersuchen. Allerdings bedeutet eine negative Kotprobe nicht, dass der Hund keine Würmer hat. Er kann sich durchaus bereits angesteckt haben, ohne dass die Würmer bereits mit einer Eiausscheidung begonnen haben. Somit könnte das Untersuchungsergebnis schon wenige Tage später positiv ausfallen.

Die modernen Entwurmungsmittel sind für den behandelten Hund nahezu risikolos. Ihre Wirkstoffe  wirken nur auf solche Strukturen, die entweder ausschließlich bei Würmern zu finden sind oder nur in geringem Maße im Organismus von Tier oder Mensch vorkommen. Selbst regelmäßige Wurmkuren können Hunden also keinen oder kaum einen ernsthaften Schaden zufügen. Als häufigste Nebenwirkungen treten hin und wieder vorübergehende Magen-Darm-Verstimmungen, wie Durchfall oder Erbrechen, auf. Bei vermutetem starken Wurmbefall (z.B. Welpe aus dubioser Herkunft) sollten die ersten Wurmkuren (Medikamentenart, Zeitpunkt der Gabe) genau mit dem Tierarzt abgesprochen werden, um gravierende Nebenwirkungen zu verhindern.



In Deutschland sind folgende Wurmarten von Bedeutung:

 

Spul- und Hakenwürmer:

 
 
 

Diese Würmer werden ohne Zwischenwirt direkt von Hund zu Hund weitergegeben. Die häufigsten Übertragungswege sind: Muttermilch (d.h. schon die Welpen infizieren sich) und Kot. Die Infektion kann auch indirekt über Schuhwerk erfolgen (In einer Studie an reinen Wohnungskatzen wurden bei 20% der Tiere eine Infektion festgestellt)! Dass auch Menschen von einer Ansteckung bedroht sind, wurde bereits weiter oben beschrieben.

 

Hakenwurmlarve

 
 

Freilebende Larve des Hakenwurmes Ancylostoma duodenale

Foto: wikipedia

 
 

Toxocara canis - adlut worms isolated from dog's feces.

 
 

Toxocara canis - adlut worms isolated from dog's feces.

Foto: Flukeman

 
 

Lebenszyklus-des-Hundespulwurms

   
 

Lebenszyklus des Hundespulwurms

Grafik: CDC/Alexander J. da Silva, PhD/Melanie Moser

 
 

Das Schaubild über den Lebenszyklus des Hundespulwurms haben wir für Sie auch in einer druckerfreundlichen PDF-Version vorbereitet.

 

Bandwurm im Erbrochenen

 
 

Gurkenkernbandwurm im Erbrochenen
Dipylidium caninum
Foto: Kalumet at

 
 
 

Gurkenkernbandwurm

 
 

Gurkenkernbandwurm unter dem Mikroskop
Dipylidium caninum
Foto: CDC's Division of Parasitic Diseases (DPD)

 
 

Baumwollratte vom Fuchsbandwurm infiziert

 
 

Vom Fuchsbandwurm infizierte Baumwollratte
Echinococcus multilocularis
Foto: CDC/Dr. I. Kagan

 

Bandwürmer:

 
 

Der Lebenszyklus der Bandwürmer sieht einen Zwischenwirt vor. Je nach Wurmart ist dies z.B. ein Floh oder eine Maus. Aber auch rohes Fleisch/ Innereien können eine Infektionsquelle darstellen. Wird diese(s) gefressen (oder geknackt), entwickelt sich im Darm der erwachsene Bandwurm. Die ausgeschiedenen Bandwurmteile werden wiederum von Zwischenwirten (auch der Mensch ist ein möglicher Zwischenwirt) aufgenommen. Es kann zu einer gefährlichen Zystenbildung in der Leber und/oder anderen Organen kommen, die sogar zum Tode (beim Fuchsbandwurm!) führen kann. Auch Hunde und Katzen können sich (meist als Endwirt) mit dem Fuchsbandwurm anstecken und scheiden dann Wurmteile aus, die wiederum der Mensch aufnehmen kann.

 

Bei Auslandsreisen sollte man sich vorher vom Tierarzt über mögliche zusätzliche Gefahren und deren Vorbeugung bzw. Therapie informieren. Dann erlebt man später keine böse Überraschung mit lebenden Mitbringseln.
 

Weitere Informationen zu Parasiten finden Sie unter :

www.escap.de

 

 

 

Was ist Epilepsie?

 
 

“Schweizer Hundemagazin” - Ausgabe 6 / 2011

 
 

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift “Schweizer Hunde Magazin”     RORO-PRESS Verlag AG

        © Schweizer Hunde Magazin - Ausgabe 6 / 2011; Seite 24 - 31
        © Autor:   Kitty Simione
        © Fotos:    Anja Kläne
 

 

 

“Als Epilepsie wird eine chronische Erkrankung des Gehirns bezeichnet, die durch das wiederholte Auftreten von epileptischen Anfällen gekennzeichnet ist. Wie beim Menschen gehört auch beim Hund die Epilepsie zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems.”

 
Titel-Schweizer-Hundemagazin-2011-06
 
 

Epilepsie ist eine Krankheit, die in vielen Rassen vorkommt - nicht in allen Rassen gleich stark aber die Möglichkeit besteht grundsätzlich.

Die in diesem Beitrag geschilderten Aussagen beziehen sich auf den Samojeden, doch sind sie mit Sicherheit, wenn auch mit Einschränkungen auf den Spitz übertragbar.

Für alle Spitzliebhaber, deren Tiere an Epilepsie erkrankt sind, stellt dieser Artikel eine wichtige Informationsquelle dar, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Im Interview ist auch Prof. Dr. Leeb von der Uni Bern zu hören, den wir Spitzliebhaber aus der “Alopezie X” Forschung kennen.

Epilepsie-48
 
 

Hier einige Kernaussagen von Prof. Dr. Leeb:

  • Die meisten Epilepsieformen beim Hund werden komplex vererbt
     
  • Eine möglichst genaue Diagnose ist für unsere Arbeit von unschätzbarem Wert
     
  • Es sind nicht alle Rassen gleich betroffen
     
  • Epilepsie ganz unter Kontrolle zu bringen, ist utopisch. Die Häufigkeit zu verringern aber dennoch möglich
     
  • Epilepsie verschwindet nicht von allein
     
  • Die Züchter sind in der Verantwortung und ebenso die Rasseclubs

IG-Samojede
und von Markus Weisshaupt von der IG Samojede:

  • Das Wohl der Tiere muss im Vordergrund stehen
 
 

Prof. Dr. Tosso Leeb

Prof.Dr.Tosso-Leeb

“Prof. Dr. Tosso Leeb arbeitet am Institut für Genetik der Universität Bern (www.geneticsunibe.ch /www.hundeforschung.de). Er ist seit vielen Jahren in der Epilepsie-Forschung tätig. Im Interview mit dem Schweizer Hunde Magazin spricht er über seine Erfahrungen im Bereich der Vererbung von Epilepsie, sowie über den Umgang mit der Krankheit.”

 

 

 
 
 
  • Fakt ist leider, dass Transparenz und aktive Information oft auf der Strecke bleiben
     
  • Hier bleibt vieles im Dunkeln, was für eine Zuchtprüfung relevant wäre
     
  • Es wird vieles verdeckt gehalten, aus Angst, sich einer gezielten Rufschädigung auszusetzen    
     
  • Wenn keine gesundheitliche Transparenz über potentielle Deckpartner besteht, kann sich dies fatal auswirken
     
  • Werden Blutproben für die Epi-Forschung eingereicht, Erhöht dies die Chancen, irgendwann einen rassespezifischen Gentest entwickeln zu können
     
  • Tatsache ist, dass bei vielen Rassen zu spät reagiert wurde.
     

 

Ein sehr komplexes Thema, dass natürlich durch diese kurze Einführung nur angerissen wird. So sind wir sehr dankbar, dass uns das Schweizer Hunde Magazin den vollständigen Artikel  zur Verfügung gestellt hat. Unser Dank geht natürlich auch an Prof. Dr. Leeb und an Markus Weisshaupt, der für die IG Samojede spricht.

Den vollständigen Artikel als druckerfreundliches PDF-Dokument können Sie sich im original Layout ansehen und herunterladen - Größe ca. 3,1 MB.

 

 

 

Impfung

notwendig, überflüssig oder gar schädlich?

© Text:  Dr. Anja Seefeldt
    Fotos: Prinz (1), Dr. Seefeldt (2)

 

 

Auch im Zeitalter der Antibiotika gibt es weiterhin Infektionskrankheiten, die nicht oder nur schlecht behandelbar sind und oft tödlich enden. Sei es, weil es sich um Virusinfektionen handelt, gegen die Antibiotika nicht wirken, sei es, weil die auslösenden Bakterien antibiotikaresistent sind oder in Geweben vorkommen, in denen nur schwer wirksame Medikamentenspiegel erzeugt werden können. (Beispielsweise  bei Borreliose) Da aber bei artgerechter Haltung (sprich: Der Hund wird nicht im “Glaskasten” gehalten, sondern geht auf seinen eigenen Füßen draußen spazieren und hat auch Kontakt zu Artgenossen) immer eine Ansteckungsgefahr besteht, kann hier nur eine Impfung schützen.



Eine (aktive) Impfung ist nichts anderes als das, was stündlich in unserem aber auch im Hundekörper passiert: Dem Immunsystem wird Fremdeiweiß (“Antigen”) präsentiert. Natürlicherweise passiert dies z.B. nach dem Eindringen von Viren durch die (Schleim-)Häute in den Körper. Bei Impfungen geschieht dieses natürlich gezielt.

 

Tipps für eine 
erfolgreiche Impfung

  • keine kranken oder von Parasiten (Flöhe, Würmer) befallenen Hunde impfen lassen
  • bestimmte Medikamente können die Aktivität des Immunsystems vermindern. Vorherige Absprache mit dem Tierarzt
  • Stress im impfnahen Zeitraum vermeiden (Reisen, Umzug, Tierpensionsaufenthalt, Familienzuwachs, Narkosen usw.)
  • Impfabstände besonders im ersten Jahr genau einhalten (je nach Hersteller variieren die Impfzwischenräume; lieber etwas eher gehen als zu spät, im Zweifelsfalle rechtzeitig den Tierarzt fragen. Vertrauen Sie nicht auf Nichttierärzte, die sagen, Sie sollten ruhig erst 2 Wochen später gehen, als im Impfpass angegeben.)
 

Außerdem sind die verwendeten Erreger entweder abgetötet (“Totimpfstoff”) oder so abgeschwächt, dass sie (normalerweise) keine Krankheits-Symptome auslösen können (“Lebendimpfstoff”).

 

Zahnsanierung

 
 

Zahnsanierung und Impfung nicht zeitgleich durchführen !!!

 
 

In seltenen Fällen (0,0042 %, davon auch nur ein Sechstel überhaupt lebensbedrohlich!)1 treten Impfnebenwirkungen auf. Diese können im Wesentlichen als Reaktion auf die Hilfsstoffe (sog. Adjuvantien, die besonders Totimpfstoffen beigefügt werden müssen, um eine ausreichende Immunantwort hervorzurufen), auf das Antigen selbst (z.B. überschießende Reaktion des Immunsystems in Form eines allergischen Schocks bzw. bei Unterfunktion des Immunsystems das Auftreten von - meist milden- Symptomen der Krankheit) und  in Symptome, die eigentlich als Hinweis auf ein gutes Ansprechen des Immunsystems auf die Impfung zu werten sind (z.B. leichte Schmerzen /Schwellung der Impfstelle/ von Lymphknoten, leichtes Fieber oder Abgeschlagenheit), eingeteilt werden.

 

Für einige Leute stellt sich trotz dieser Seltenheit die Frage, ob es nicht besser wäre, auf das Impfen zu verzichten. Damit würden sie aber das Tier einem unkalkulierbaren Risiko aussetzen. Schließlich kann schon der nächste Hund, den man trifft, oder der nächste beschnupperte Laternenpfahl ein Keimreservoir darstellen. Besonders junge Hunde haben noch kein voll funktionstüchtiges und “erfahrenes” Immunsystem und fallen deshalb besonders gerne Infektionen zum Opfer.

 

 Das Gleiche gilt für Erwachsene, deren Immunsystem aus irgendwelchen Gründen geschwächt ist. Und es muss tatsächlich jederzeit damit gerechnet werden, dass am eigenen Wohnort z.B. Staupe auftritt, weil  ständig irgendwo Krankheitsfälle vorkommen (oftmals eingeschleppt durch importierte Hunde).

Sicherlich werden auch viele nicht geimpfte Hunde nicht krank aber ob das auch für den Eigenen gilt, weiß man erst hinterher.    Außerdem spielt natürlich auch die Erregermenge eine Rolle: Solange die meisten Hunde geimpft sind, hält sich der Keimdruck in Grenzen.

 

Impfung

 
 

Impfungen sollen Leben retten !!

 
 

Blutprobe

 
 
 

Im Blutserum kann der Antikörpergehalt z.B. gegen Leptospirose gemessen werden

 

Wenn aber ein bestimmter Impf-Prozentsatz unterschritten wird, kann das System zum Kippen kommen, und es kommt zu einem seuchenartigen Auftreten. Ein Beispiel dafür war die  Staupe-Epidemie in Finnland 1994 -1995. Ihr fielen Hunderte Tiere zum Opfer, und sie konnte erst gestoppt werden, als etwa 70% der Welpen in diesem Gebiet geimpft worden waren.

Vor einigen Jahren wurde die “Ständige Impfkommission” (StIKo) gegründet, die sich aus führenden deutschen Wissenschaftlern zusammensetzt. Die Kommission unterteilt in ihren Impfempfehlungen bei den “impfbaren” Erkrankungen so genannte Core- und Non-Core-Impfungen.

 

Mit den Core-Komponenten (Tollwut, Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose) sollte jeder Hund geimpft werden. Die Non-Core-Vakzinen (z.B. Zwingerhusten, Borreliose, Herpesvirus) sind in bestimmten Lebenssituationen sinnvoll. Dies sollte in einem Beratungsgespräch mit dem Tierarzt abgeklärt werden. Gleichzeitig  sollte auch über die notwendigen Wiederholungsimpfungen gesprochen werden (z.B. sind bei einigen Komponenten 3-jährige Abstände möglich). Auch hier spielen wieder die Haltungsumstände eine wichtige Rolle (z.B. Reisen ins Ausland). Sofern keine gesetzlichen Vorgaben zu beachten sind, kann es in bestimmten Fällen nützlich sein, den Zeitpunkt der

Wiederholungsimpfungen anhand von Antikörpertitern festzulegen. Dieser muss dann aber individuell bei dem jeweiligen Hund gemessen werden. Dies kann auch sinnvoll sein, um den besten Zeitpunkt der ersten Impfung im Welpenalter zu bestimmen. Die Welpen nehmen mit der ersten Milch (Kolostrum) mütterliche Antikörper auf. Diese sinken langsam in den ersten Wochen ab. Zu einem bestimmten (aber individuellen) Zeitpunkt ist der Spiegel so niedrig, dass er gegen die Krankheit nicht mehr schützt. Aber gleichzeitig ist er noch so hoch, dass er eine wirksame aktive Impfung verhindert. Dieser Zeitraum wird “immunologische Lücke” genannt. Optimalerweise würde ein Welpe sofort geimpft werden, sobald der Titer unter die untere Grenze fällt. Dazu müssten aber bei jedem einzelnen Welpen solche Antikörpertiterbestimmungen durchgeführt werden, weil die Menge der aufgenommenen Antikörper extrem unterschiedlich ist (z.B. abhängig von der Milchaufnahme). Da dies kaum praktikabel ist, wird i.A. nach einem Standardimpfschema vorgegangen, das einen Beginn der Grundimmunisierung mit 8 Wochen vorsieht. Allerdings sollte sich der frischgebackene Welpenbesitzer immer bewusst sein, dass der Hund so oder so erst mit frühestens 12 Wochen (nach der 2. Impfung) eine recht gute Immunität aufweist. Sofern die erste Impfung nicht richtig angeschlagen hat, ist die Belastbarkeit erst mit der (dringend empfohlenen) 3. Impfung in der 16. Woche erreicht. Leider fällt die absolut notwendige Sozialisierungsphase genau in diese Zeit. Der  wichtige Kontakt zu anderen Hunden darf keinesfalls unterbunden werden. Allerdings empfiehlt es sich sicherlich, die Partner gezielt auszusuchen (nur geimpfte erwachsene Hunde; Welpen aus dubiosen Herkünften vermeiden usw.    

Glossar:

aktive Impfung: Dem Impfling werden Antigene (z.B. Virusbestandteile) injiziert, gegen die der Körper selbst die schützenden Antikörper bilden muss. Dies setzt ein funktionierendes Immunsystem voraus und dauert ca. 14 Tage.

passive Impfung: Der Patient erhält die Antikörper verabreicht. Dies ist in Fällen nützlich, wo ein sofortiger Schutz erforderlich ist oder dann, wenn das Immunsystem noch nicht in der Lage ist, Antikörper selbst zu produzieren (bei ganz jungen Welpen)

Antikörpertiter: In einer Blutprobe wird die Menge der entsprechenden Antikörper bestimmt (z.B. gegen Staupe oder Tollwut).

 

)1  Angaben vom PEI aus 2007 in: DTB, 11/2008

 

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