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Liebhaber des
Deutschen Spitzes e.V.

für alle Varietäten Deutscher Spitz (F.C.I. Nr.: 097)

Germersheier Spitzgeschichten

 

Goliat oder: Wenn ich mal eine alte Dame bin …

© Text: Martina Merckel-Braun
© Fotos: Elisabeth Kring (5), Irmgard Fischer (3), Udo Greeven (1)

 

weißer Kleinspitz

 

Als Kind lebte ich in einem Ort mit dem eigentümlichen und vermutlich ziemlich einzigartigen Namen „Heidenoldendorf“. Wenn man einen Brief schrieb, vervollständigte man den Absender durch den hilfreichen Zusatz „Heidenoldendorf bei Detmold“ – ein Ort, mit dem die meisten Zeitgenossen vermutlich etwas mehr anfangen konnten. In den 60er Jahren, in denen ich aufwuchs, gab es in unserem Dorf noch nicht allzu viele Autos.

 

Aber leider wurde unsere Schäferhündin, als sie einmal läufig war und mit einem verliebten Spitz aus der Nachbarschaft die Gegend unsicher machte,  von einem dieser wenigen Exemplare überfahren, das ausgerechnet in dem Moment die Straße passierte, als die beiden Hunde sie überqueren wollten. Wie man mir später berichtete, blieb der kleine weiße Spitz danach neben seiner toten Gefährtin sitzen und bewachte den Leichnam, so dass es für Stunden unmöglich war, die Straße wieder freizuräumen.

Dieser traurige Vorfall hatte sich ereignet, als ich noch sehr klein war, so dass ich nur vom Hörensagen davon wusste. Der kleine Spitz jedoch lebte danach noch viele Jahre im Nachbargehöft, und ich erinnere mich, dass ich ihn immer mit einer Art scheuer Ehrfurcht und dem Gedanken betrachtete: „Das ist der Bürschi, mit dem die Ada weggelaufen ist und der seine tote Freundin so lieb hatte, dass er niemanden an sie herangelassen hat.“

 

Später lernte ich in der Nachbarschaft noch zwei weitere Spitze kennen. Da meine Eltern keinen Fernseher besaßen, ging ich manchmal mit einigen Nachbarskindern zu einer Freundin, deren Eltern solch eine Wunderkiste im Wohnzimmer stehen hatten. Dort verbrachten wir dann einen herrlichen Nachmittag damit, Fury, Lassie oder Flipper anzuschauen. Und im Haus dieser Freundin lebte ebenfalls ein kleiner Spitz, Sherry, der rabenschwarz war und über eine – vorsichtig ausgedrückt – sehr durchdringende Stimme verfügte, von der er reichlich Gebrauch machte.

 

schwarzer Kleinspitz 02

 
 

Der Onkel einer anderen Freundin nannte eine weiße Spitzin mit dem edlen Namen Tosca sein Eigen. Ihre Aufgabe bestand darin, die Brikett- und Koksvorräte ihres Besitzers zu bewachen, der Kohlenhändler war. Wie die kleine Hündin es schaffte, sich in diesem Umfeld ihre blütenweiße Farbe zu bewahren, war für mich ein Phänomen, dass ich mir kaum erklären konnte. Bis ich eines Tages selbst … aber ich will nicht zu viel verraten und die Geschichte schön der Reihe nach erzählen.

 

nicht mehr ganz weiße Kleinspitze

 

Als ich größer wurde, durfte ich mit meinen Eltern samstags öfter „in die Stadt“ fahren, also in das nahe gelegene Detmold, wo wir dann Einkäufe erledigten, Kleider in die Reinigung und Schuhe zum Schuster brachten und über den Markt bummelten. Beim Metzger erhielt ich ein Stückchen Wurst, im Reformhaus ein Päckchen Haselmarkt, und der krönende Abschluss bestand meist darin, dass wir uns im „Café Wortmann“ mit meiner Patentante zum Kaffeetrinken trafen. Wo ich dann ein Stück lippischen Butterkuchen oder ein kleine Eis spendiert bekam, den Kellner mit den Worten „Herr Ober, der Papi möchte zahlen“ an unseren Tisch bat … und zuvor reichlich Gelegenheit hatte, elegant gekleidete ältere Damen zu beobachten, die mit ihren Freundinnen Torte verzehrten und dabei dem einen oder anderen Spitzchen, das geduldig unter dem Tisch oder auf einem Stuhl wartete, ein paar Krümel zusteckten. Und irgendwann während dieser Zeit formte sich in meinem Inneren ein Gedanke – oder solle ich sagen, ein Entschluss? - : Wenn ich mal eine alte Dame bin, will ich einen Spitz haben. Ich stellte mir vor, wie ich eines Tages mit solch einem kleinen Gefährten auf dem Sofa sitzen, im Auto fahren und im Park spazieren gehen würde … Und dieser Gedanke , der keine unmittelbare Aktion verlangte, sondern einfach wie eine leise Hintergrundmusik irgendwo in meinem Kopf vorhanden war, begleitete mich von da an mein Leben lang.

Neue Nahrung bekam dieser Wunsch, als ich mit meinen Eltern Urlaub im Bayerischen Wald machte. Dort lebte in der Nähe unsere Pension auf einem Bauernhof ein kleiner weißer Spitz, der offiziell Max hieß, von seinen Besitzern Zamperl genannt wurde und den wir – in Erinnerung an unseren ehemaligen Nachbarshund - Bürschi riefen. Was wir immer dann taten, wenn wir mit dem Auto an „seinem“ Gehöft vorbei- fuhren, anhielten und ihm ein Restchen von unserem Frühstück oder Vesperbrot anboten, das wir eigens für ihn beiseite gelegt hatten.

Spitz mit Schäferhund
 

Bald kannte Bürschi unser Auto so gut, dass er jedes Mal angerannt kam, wenn wir uns näherten. Der kleine Kerl hatte nur dreieinhalb Beine – vermutlich hatte er sein linkes Hinterbeinchen zur Hälfte im Rahmen seiner verantwortungsvollen und nicht ungefährlichen Aufgaben als Bauernhofspitz eingebüßt. Trotz dieser Behinderung war er jedoch unglaublich schnell und ein eindrückliches Beispiel dafür, dass man  im Leben am besten zurechtkommt, wenn man die Tatsachen akzeptiert und einfach das Beste daraus macht. Eines Tages fuhren wir gerade an seinem Gehöft vorbei, als der Kleine in einem Waschzuber saß und gebadet und geschoren wurde – dieses Maß an Pflege und Fürsorge wurde ihm offenbar trotz seines rauhen Landlebens gelegentlich zuteil. Allen zornigen Befehle seines Herrchens zum Trotz sprang der kleine Bursche, sobald er unser Auto gehört hatte, aus seiner Badewanne und rannte halb geschoren und gänzlich schaumbedeckt auf uns zu, um sich sein Leckerchen abzuholen – ein so spaßiges Bild, dass ich es sicher nie vergessen werde. Und eine weitere Bestätigung für die schlichte Wahrheit, dass Spitze ihren Namen zu Recht bekommen haben – weil sie nämlich einfach spitze sind.



Kleinspitz orangeSpäter in meinem Leben gab es verschiedene Hunde mehrerer Rassen, die ich alle auf ihre Art liebte – zuletzt eine ganz liebe, treue Schäferhündin, die wir kauften, als unsere jüngste Tochter 6 Jahre alt war.  Elsa war der bravste Hund, den ich je gekannt habe, und hat in ihrem ganzen Leben keinen einzigen Menschen auch nur angeknurrt.
 

Als sie 10 Jahre alt war, wurde sie sehr krank, und ich war mir sicher, dass sie den Umzug in ein eigenes Haus, der uns damals bevorstand, nicht miterleben würde. Mein Mann jedoch sagte immer wieder beschwörend zu ihr: „Du wirst wieder gesund und ziehst mit uns um. Dann hast du einen eigenen Garten, in dem du Löcher buddeln kannst.“ Wenn ich das hörte und sie ihn dabei so vertrauensvoll anschaute, dachte ich traurig: „Ja, rede du nur, es wird doch nicht geschehen.“ 

Normalerweise bin ich wie die meisten anderen Menschen jemand, der gern Recht behält – aber dies war einer der Fälle, in denen ich lieber Unrecht gehabt hätte. Und es kam wirklich so, wie mein Mann es Elsa zugesichert hatte: Sie wurde wieder gesund, zog mit uns um und freute sich noch 2 Jahre lang an ihrem eigenen Garten und den Löchern, mit denen sie ihn voller Begeisterung verzierte.

Als wir in das neue Haus einzogen, benötigten wir auch eine Kücheneinrichtung, und so fuhren wir eines Tages zu einem Händler im Nachbarort, der gebrauchte Küchen verkaufte und ein großes Lager besaß, in dem man sie anschauen konnte.  Vor der Werkstatt, in der die elektrischen Geräte aus zweiter Hand repariert wurden, war ein kleiner rötlichbrauner Hund angebunden, dessen geringe Körpergröße ihn nicht davon abhielt, das ihm anvertraute Gerätelager leidenschaftlich und unter Einsatz seines gesamten Stimmvolumens gegen uns ungebetene Eindringlinge zu verteidigen. Natürlich war dieser mutige Bursche – wie könnte es anders sein? – ein Spitz.

Mein Mann Gerhard ließ sich von seinem wütenden Gehabe, hinter dem er wohl ein sanftmütiges Herz vermutete, nicht abschrecken, ging auf das putzige Kerlchen zu und hielt ihm die Hand hin. Der Kleine ging auf  sein Friedensangebot ein und beschnupperte die ihm dargebotene Hand ausgiebig. Nachdem sein Geruchssinn und seine Menschenkenntnis ihm mitgeteilt hatten, dass von uns keine Bedrohung ausging, rollte er sich auf den Rücken, streckte die Beinchen in die Luft und ließ sich kraulen. Als wir uns bei dem mittlerweile aufgetauchten Besitzer des Hundes nach dessen Namen erkundigten, erhielten wir die Auskunft: „Er heißt Goliat.“ Worüber wir dann doch ein wenig schmunzeln mussten.
Wir fanden eine schöne Küche, und nachdem wir handelseinig geworden waren und wieder zu unserm Auto zurückgingen, sagte Gerhard zu mir: „Wenn unsere Elsa mal nicht mehr lebt, holen wir uns auch so einen Goliat!“

   
 

schwarzer Kleinspitz 03

 

schwarzer Kleinspitz 04

 

Er selbst maß diesem Satz, den er so im Vorübergehen ausgesprochen hatte, wohl keine tiefere Bedeutung bei – ich jedoch vergaß seine Worte nie. Denn sie bestätigten den Wunsch, den ich von Kind an gehegt hatte, und ich wusste: Eines Tages holen wir uns auch so einen Goliat.

 

Wie der Traum von einem Spitz für Frau Merckel-Braun weiter ging, ob sie einen Spitz bekam oder nicht, erfahren Sie in der nächsten “Germersheimer Spitzgeschichte”

Fünf Frauen und ein Welpe

Weitere Erlebnisse aus der Reihe “Germersheimer Spitzgeschichten” sind in Vorbereitung.

 

I like plinko
 

Zwei weiße Großspitze

 

Belisande von Exmoor Freilingen
und Carlos vom Seerosenweiher

 
 

auf Weltsiegertrip in Dänemark 2010

 

© Text: Christa Raddatz
© Fotos: Silke Gesinn

 
 

Kiel, 26. Juni 2010, Samstag Früh, 5 Uhr

 
 

Großspitzin Belisande von Exmoor Freilingen (genannt Smiley)  macht sich zusammen mit ihrem Opa Großspitz Carlos vom Seerosenweiher auf, um an der Weltsiegerausstellung 2010 in Dänemark teilzunehmen.
Frisch gewaschen und gekämmt geht es auf die Piste, das Wetter stimmt, nicht zu warm, nicht zu kalt. Nach 3 Stunden ist das Ziel erreicht, die Messestadt Herning in Dänemark.

 

Die erste positive Überraschung in Herning: es gibt keine Parkplatzprobleme, keinen Stau, stattdessen überall freundliche Polizisten, die den Weg weisen. Die Ausstellungshallen sind schon zu sehen, also wissen wir, welche Richtung wir einschlagen müssen.

Das Ausstellungsgelände zeigt sich als großzügige Anlage von Hallen inmitten gepflegter Grünanlagen. Überall hängen Tüten für die Hinterlassenschaften unserer Hunde mit dem Ergebnis, dass kaum ein Hundehaufen zu sehen ist. Das ist Dänemark!

 

Weltausstellung 2010.01

 
 

Weltausstellung 2010.02

 
 

Wir warten auf den Eingang, wo der Tierarzt stehen sollte, der die Impfausweise kontrolliert, aber Fehlanzeige. Es gibt keine Kontrolle. Das ist nicht in Ordnung und mit diesem Vorzeigeland Dänemark eigentlich nicht vereinbar. Merkwürdig, merkwürdig?!
Wir behalten unsere Impfausweise in der Tasche und finden endlich die Halle mit unserem Spitzring.

Die Hallen sind sehr großräumig, gute Luft, keine Raucher (die deutschen Spitzleute sollten sich hieran ein Beispiel nehmen). Auch die Ringe sind sehr großzügig bemessen, alle mit schönem roten Teppich ganzflächig ausgelegt.
Unser Richter ist  Leif Lehmann Jörgensen und wird die Groß-, die Mittel- und die Kleinspitze  richten. Das Ringpersonal versieht seine Aufgaben sehr freundlich und ruhig und ist bemüht, jede Frage persönlich und optimal zu beantworten.

 

Weltausstellung 2010.03

 

Zu Beginn der Ausstellung erklingt die dänische Nationalhymne und alle Anwesenden stehen auf. Richter Jörgensen legt seine rechte Hand auf seine Brust und steht aufrecht wartend am Richtertisch bis die Musik verklingt. Auch das ist Dänemark.

Dann startet das Richten.

Richter Jörgensen hat die Aufgabe 126 Spitze und 7 Sibirische Laikas zu richten und das Ganze bis ca. 15 Uhr. Das bedeutet, für jeden Hund gibt es ca. 2 Minuten, da fällt der Richterbericht natürlich ins Wasser. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, dass Richter Jörgensen die Beurteilungen auf die leichte Schulter nimmt.

 

Weltausstellung 2010.04

 

Und nun kommen die Ergebnisse:

Belisande von Exmoor Freilingen wird Weltsiegerin 2010.

Großspitz Carlos vom Seerosenweiher, 9 Jahre alt, erhält den  Veteranenweltsiegertitel 2010, sein 4.Weltsiegertitel.


Vielleicht gibt es nächstes Jahr die Fortsetzung in Paris/Frankreich?

 

Nach erfolgreichem Richten kann endlich aufgeatmet werden, doch es gibt noch keine Ruhe für unsere weißen Großspitze, denn nun kommt Besuch aus Norwegen. Zwei sympathische junge Frauen haben die 2-Tages- Reise von Mittel-Norwegen in Kauf genommen, um weiße Großspitze kennen zu lernen. Es ist ein voller Erfolg, Carlos und Smiley werden sofort adoptiert, doch ohne Erfolg, denn Frauchen Silke und Christa legen sofort ihr Veto ein.

 

Weltausstellung 2010.05

 
 

Weltausstellung 2010.06

 
 

Der nächste Fototermin steht an: die Vorsitzende des australischen Spitzvereins ist gekommen, um Bilder der Weltsieger zu schießen. Auch das schaffen wir, nun geht es nach draußen zum Luftholen und natürlich Pinkelpause. In den wunderschönen grünen Außenanlagen können sich nicht nur Spitze sondern auch die Frauchen erholen.

 

Weltausstellung 2010.07

 
 
 

 Aber ein 4-facher Weltsieger besinnt sich und lässt noch ein schönes Foto von sich und Frauchen schießen.

 

Anschließend steht der Fototermin für das professionelle Weltsiegerfoto auf dem Programm. Und wie immer sind die Spitze den Menschen sehr ähnlich. Großspitzin Smiley stellt sich wundervoll in Position, während Großspitz Carlos nur meckert und sich partout nicht fotografieren lassen will.

 
 

Weltausstellung 2010.08

 
 

Als Ausklang einer jeden großen Ausstellung finden im Ehrenring die Wettbewerbe der schönsten Hunde statt. Das Ambiente ist beeindruckend, eine großzügige Halle eingetaucht in gedämpftes rotgoldenes Licht, darüber ein Sternenhimmel.

Im Wettbewerb der Veteranen, an dem auch Carlos teilnimmt, bewegen sich in flotter Gangart ca. 40 schöne, gepflegte, ältere Hunde vor einem begeisterten Publikum in einer sehr angenehmen Atmosphäre. Leider gibt es nur 4 erste Plätze und die gehören leider nicht den Spitzen.

 

Weltausstellung 2010.09

 
 

Müde, aber zufrieden wandern wir zum Parkplatz. Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen  Himmel und wir freuen uns zusammen mit unseren Spitzen über einen gelungenen Ausstellungstag.
 


Farewell Denmark
      + Bonjour Paris  .....

 

Hier http://plinko-spiel.de
 

Schulbesuch Grundschule Felbelstraße

 
 

Galina vom St. Töniser Land (Wolfsspitz)
und Snoopy zum Alten Feuerwehrturm (Mittelspitz)
bei den Schülerinnen und Schülern der

© Text: Udo Greeven
© Fotos: Grundschule Felbelstraße

 
 
 

Schulbesuch 01

 

„Hunde in der Grundschule - was soll denn das schon wieder?“

So oder so ähnlich wird sich wohl mancher verwundert fragen, wenn er die Überschrift ließt. Doch ist es nicht so, dass man gerade als Kind nicht nur Sprachen oder Mathematik am besten lernt? Ist es nicht auch so, dass vielleicht im Grundschulalter - vielleicht sogar früher - der Umgang mit Hunden gelernt und trainiert werden soll?

Schon in frühester Kindheit können sich Ängste gegenüber Hunden bilden,

  • sei es durch reale Erfahrungen,
  • sei es durch das Vorbild der Eltern,   Verwandte und Freunde,
  • sei es durch Angst gegenüber Tieren im Allgemeinen ect.
 

Die Hunde

Galina vom St. Töniser Land
Zuchtbuchnummer:
  VDH/DSp  76343
geworfen am: 
  24.03.2003
Vater: 
  Bobby vom Albuch
Mutter:
  Kim zum Alten Feuerwehrturm
Züchter:
  Ursula Prinz
  Ackerstr. 21 - 47918 Tönisvorst

Snoopy zum Alten Feuerwehrturm
Zuchtbuchnummer:
  VDH/DSp 76056
geworfen am:
  08.08.2002
Vater:
  Woody zum Alten Feuerwehrturm
Mutter:
  Doro zum Alten Feuerwehrturm
Züchter:
  Ingrid de Lasberg
  Augustastraße 32 – 46537 Dinslaken

 
 

Schulbesuch 02

 

Schulbesuch 05

 
 
 

Schulbesuch 06

 
 
 

Die GGS Felbelstraße in Krefeld hatte auch um Unterstützung gebeten und so waren u.a. die Wolfsspitzhündin Galina vom St. Töniser Land und der Mittelspitzrüde Snoopy zum Alten Feuerwehrturm bei zwei dritten Schuljahren in den Unterricht gekommen. Sie wurden von den Schülern und Lehrern sehnsüchtig erwartet.

 

Warum also sollte man nicht schon in der Grundschule gezielt Aufklärung betreiben? Und wie geht so etwas besser als mit Hunden. „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ ist nicht so ganz als Leitsatz zutreffend, doch „nur der lebende Hund zum Anfassen vermittelt das wahre Wesen“ trifft die Sache relativ genau.

Da dies auch vom VDH so gesehen wird, hat man von dort eine Initiative ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, Hunde in die Schulen zu bringen. Der VDH fungiert hier als Ansprechpartner und die VDH - Landesverbände vermitteln dann in der Nähe der Schulen wohnende Hundehalter zum „Anschauungsunterricht“. So war es auch bei diesem Projekt gewesen. Natürlich kamen nicht nur Spitze zu Besuch, sondern auch andere Rassen, doch die sollen uns an dieser Stelle nicht weiter interessieren.

 
 
 

Schulbesuch 07

 
 

Ganz aufgeregt erreichten die beiden Spitze die Schule, denn sie konnten nicht wissen, was geschehen würde. Es war gerade Pause und schon am Tor zum Schulhof kamen die ersten Kinder angerannt um die Hunde zu begrüßen. Schnell waren sie von Kindern umringt. Jeder wollte Fragen stellen, Jeder wollte streicheln und Keiner konnte mehr abwarten, bis die Schulstunde mit den Hunden denn endlich anfing.

 
 

Schulbesuch 08

 
 

Schulbesuch 09

 
 

Schulbesuch 10

 
 

Die Hunde kamen in die Mitte des Klassenraums, umgeben von einem Carre aus Tischen auf denen die Kinder saßen, um besser sehen zu können. Niemand wollte etwas verpassen. So viel Aufmerksamkeit war bestimmt nicht in allen Unterrichtsstunden eine Selbstverständlichkeit, doch hier war Jeder bei der Sache.

Zurückhaltung gab es zu Anfang bei einigen Schülern. Was konnten sie von den Hunden erwarten? Waren sie wirklich lieb? Doch nachdem es hundeerfahrene Schüler vorgemacht hatten, trauten sich auch die Anderen.

Erst gingen sie, wie es auch erklärt und gezeigt wurde, vorsichtig auf Galina und Snoopy zu, zeigten ihnen, dass sie nichts in den Händen versteckt hielten und dann wurden die Spitze gestreichelt – ausgiebig und intensiv. Nur wenige Schüler trauten sich nicht. Zwang gab es nicht. Wer sich nicht traute, brauchte auch nicht den Helden zu spielen.

 
 
 

Was zuerst wie eine reine Spaßstunde aussah, wandelte sich schnell zu einer interessierten Frage- und Antwortrunde, wobei natürlich auch intensive Streicheleinheiten nicht fehlen durften.

Drei Themenbereiche standen hierbei im Mittelpunkt:

 

  • Wie sieht das Gebiss des Hundes aus und warum ist es anders als das des Menschen?
     
  • Was muss ich beachten, wenn ich einen fremden Hund streicheln möchte?
        
  • Wie wurde aus dem Wolf ein Hund und welche Aufgaben hat er in Vergangenheit und Gegenwart?

    

Das waren Themen, die Schüler wie Lehrer interessierten. Hier kam keine Langeweile.
 

 
 
 

Schulbesuch 12

 
 

Schulbesuch 11

 
 
 

Vieles wussten die Kinder bereits, doch noch mehr galt es zu erklären und durch gezielte Fragen ins Bewusstsein zu bringen. Allen war eigentlich klar, dass man den fremden Hund nicht auf den Schwanz treten solle, wenn man ihn anschließend streicheln wolle. Doch auf die Idee, den Halter des Hundes erst einmal zu fragen, ob man den Hund streicheln dürfe, kam fast niemand. Gerade das sollte aber eine Selbstverständlichkeit sein und immer der erste Annäherungsschritt sein.

 
 

Schulbesuch 13

 
 

Schulbesuch 14

 
 
 

Selbst Geschichte, sonst bestimmt nicht das Steckenpferd eines jeden Schülers, wurde plötzlich interessant, wenn es um solche Fragen ging: „Wie wurde aus dem Wolf ein Hund? Gab es bei den alten Römern auch schon unterschiedliche Hunderassen? Wozu benutzte man vor Tausendenden von Jahren eigentlich Hunde?“

Das Hundegebiss war schon vorher Gegenstand des Sachkundeunterrichts gewesen. Doch sicher war es viel interessanter bei einem richtigen Hund einmal in die Schnauze sehen zu können. Hier konnte man sehen, wie groß die Reißzähne denn wirklich waren und wozu sie von Nutzen waren. Einige ganz Mutige fühlten auch einmal, wie scharf die Zähne denn waren. Die Spitze ließen sich einfach alles gefallen, denn kaum war das Zähnezeigen vorbei, da wurden sie schon wieder von vielen Händen gestreichelt und gekrault.

 

Immer wieder gingen die Arme hoch, wenn nach Antworten gesucht wurde. Mangelnde Beteiligung am Unterricht war in dieser Stunde bestimmt nicht zu vermerken.

 
 

Schulbesuch 15

 
 

Schulbesuch 16

 
 

Schnell - für die meisten Schüler viel zu schnell - waren die 45 Minuten einer Schulstunde vorbei. Unterricht am lebenden Objekt hatte Spaß gemacht und auch Galina und Snoopy konnten mit Leichtigkeit noch eine zweite Stunde mitmachen.

Wichtig war dabei aber auch, dass aus der anfänglichen Skepsis einiger Schüler zu Beginn der Stunde Verständnis, teilweise sogar Begeisterung wurde, wie es aus den Gesichtern heraus abzulesen ist.

 
 

Schulbesuch 21

 
 

Schulbesuch 20

 
 

Schulbesuch 22

 
 

Schulbesuch 19

 
 

Schulbesuch 17

 
 

Schulbesuch 18

 

 

 

Deedee und Funny

 

Zwei “Notfall - Spitz - Hündinnen kommen ins Haus

 
 
 

© Text:  Udo Greeven
© Fotos:  Greeven (29), Prinz (4)

 
 
 

Es war Anfang September 2009, als ein Hilferuf die Gruppe Essen Mülheim erreichte. Ein langjähriges aber ehemaliges Mitglied war plötzlich und unerwartet ins Pflegeheim gekommen. Somit standen die im Haus der älteren und allein stehenden Dame lebenden beiden älteren Wolfsspitzhündinnen plötzlich einsam und verlassen da.

 
 

Zwar kam der Sohn der alten Dame zweimal täglich ins Haus, um nach den beiden Hündinnen zu sehen, sie zu füttern und sie auch einmal kurz zum Gassi gehen zu führen, doch konnte das keine Lösung sein.

Ein Umzug zum Sohn schied aus, da die Hündinnen als nicht kinderverträglich galten.

Was also sollte mit einer 10 und einer 13½ jährigen Hündin geschehen? Ins Tierheim? Nein auch das konnte und durfte nicht die Lösung sein.

Auf der Suche nach einem vorübergehenden Pflegestellenplatz fiel die Wahl der Gruppe auf uns.

Deedee und Funny 01

Die ersten Schritte bei uns Zuhause

 

Nur kurz hatten wir überlegt und dann unsere Zustimmung gegeben. Gemeinsam mit Frau Prinz, der Gruppenvorsitzenden, machten wir uns auf den Weg in die Nähe von Düsseldorf, um die beiden Hündinnen zu übernehmen. Beide machten einen überaus ängstlichen Eindruck, wobei besonders Funny, die jüngere und dunklere der beiden Wölfe, zitternd unter dem Sessel lag und sich auch vom Sohn fast nicht anleinen ließ.

Wir ahnten Schlimmes !!!

Endlich angeleint ließen sie sich aber ohne weitere Probleme ins Auto setzen, und die zum Glück nur 40 km weite Fahrt konnte beginnen.

 

Deedee und Funny 02

 
 

Deedees Zähne bei der Ankunft

 
 

Schon beim Anleinen hatten wir gemerkt, dass Deedee unter einem entsetzlichen Mundgeruch litt. Während der Fahrt schaffte es die eingeschaltete Klimaanlage nicht, diesen Geruch aus dem Auto zu vertreiben.

Nach einer ¾ stündigen Fahrt hatten wir unser Ziel erreicht. Deedee und Funny konnten aussteigen und erst einmal eine gemeinsame Runde über den Rasen gehen.

Doch woran mochte dieser entsetzliche Mundgeruch liegen?

Das Foto links offenbart die ganze Misere. Die Zähne waren unter dem Zahnstein kaum noch zu erkennen.

 
 

Viele fehlten und Einige hatten eine Fehlstellung, wie wir sie noch nie gesehen hatten. Wenn wir jetzt behaupten würden, dass wir unseren Entschluss, Deedee und Funny ein neues, wenn auch nur vorübergehendes, Zuhause zu bieten, nicht in diesem Moment anfingen zu bereuen,  müssten wir lügen.

Der anschließende kleine Spaziergang mit den Beiden zeigte eine weitere, bisher nicht beachtete Eigenschaft. Beide hatten so gut wie keine Kondition. Nach nicht einmal 200 Metern ging es nicht weiter. Besonders Deedee war einfach am Ende ihrer Kräfte angelangt, und auch Funny wirkte sichtlich erschöpft.

Wie lange mochte es her sein, dass die Beiden ihren letzten Spaziergang genossen hatten? Waren sie vielleicht in den letzten Jahren nur noch im kleinen Garten gewesen? 

 

Deedee und Funny 03

 
 

Deedees erster Putenhals

 
 
 

Da wir uns entschlossen hatte, Deedee und Funny eine Pflegestelle zu bieten, ging es darum Lösungen für die Probleme zu finden. Als Erstes gab es Putenhals für die Neuankömmlinge zu fressen, wodurch sich die Zähne auf natürliche Weise reinigen konnten. Es folgte die nächste Überraschung. Nicht dass Deedee auf Grund ihrer Zähne nicht dazu in der Lage gewesen wäre, Putenhals zu fressen – nein, sie war nicht in der Lage, ihn mit den Vorderpfoten festzuhalten. Auch das schien sie nie gelernt zu haben, oder zumindest lag es so lange zurück, dass sie es vergessen hatte. Funny hatte in dieser Hinsicht keine Probleme. Sie wusste, dass sie zum Fressen auch die Pfoten zu Hilfe nehmen konnte.

 
 

In den darauf folgenden Tagen wurde das Wetter zum Glück angenehmer und die Temperaturen gingen zurück. Somit konnten wir daran gehen, Deedees und Funnys tägliche Ausflüge langsam, ganz langsam, zu steigern. Mal waren es 50 Meter mehr, dann vielleicht hundert Meter mehr.

Schließlich waren wir so weit, dass wir auf einem Grasweg ankamen, und von nun an machte sie stärkere Fortschritte. Der weiche Untergrund tat offensichtlich ihren Knochen und Gelenken gut.

Bald schon schaffte sie einen Kilometer. Doch man merkte, dass sie am liebsten den Heimweg antrat. Dabei wurde sie auch richtig schnell und so musste man aufpassen, dass sie nicht eher Zuhause war, als man selbst.

Weglaufen war bei Deedee nie angesagt. Vom ersten Tag an hatte sie unser Haus als ihr neues Zuhause angesehen. Wenn sie, was mehrfach geschah, voraus lief, ging sie stets von hinten durch den Garten, von dort durch das offen stehende Tor auf den Innenhof unseres Bauernhofs und setzte sich vor die Tür zum Haus, um darauf zu warten, herein gelassen zu werden.

 

Deedee Portrait

Deedee the Shamrock
vom alten Nierstal

Wolfsspitzhündin
ZuchtbNr.: VDH/DSp: 72007
geb. 21.03.1996
Vater:
Shamrock´s Bet The Farm
Mutter:
Anka Wolf v. Tangstedterforst
Besitzer:
Dorothee und Udo Greeven

 
 

Ich glaube, dass sie damals schon wusste, wo sie einmal ihr neues Zuhause finden würde.

Auch in dieser Beziehung war Funny ganz anders. Auch sie war keinesfalls fit, doch ihr bereiteten die Spaziergänge erheblich weniger Mühe. Sie lief stets in unserer unmittelbaren Nähe. Nur sehr selten entfernte sie sich mehr als fünf Meter, und man musste stets aufpassen, nicht auf ihre Pfoten zu treten. Nie wäre es Funny eingefallen, alleine voraus oder gar nach Hause zu laufen.

Ihre Ängstlichkeit hatte sie inzwischen überwunden. Ein böses Anknurren, wie wir es von ihr noch gegenüber dem Sohn gehört hatten, war uns gegenüber nie zu vernehmen. Anders sah es gegenüber unseren Kindern aus. Welche Erfahrungen mochte sie gemacht haben? Wir werden es wohl nie erfahren.

 

Deedee und Funny 04

 
 

Können diese Augen lügen?

 
 

Obwohl Max, unser Jüngster, mit 14 Jahren schon halb erwachsen war, wurde er von Funny wohl als Kind gesehen und stets angeknurrt. Er konnte sich neben sie setze, sie streicheln und plötzlich ... knurrte sie. Nicht, dass sie schnappen oder beißen wollte; sie wollte wohl eher ihre Stellung im Rudel verdeutlichen.

Zu uns und auch zu Moritz, unserem 19 Jährigen, war sie eher unterwürfig.

In der Zwischenzeit hatten wir die beiden Mädchen auf die Homepage des Liebhabervereins als Notfall-Spitze gesetzt, obwohl dort gleichzeitig noch zwei weitere Wölfe standen. 

Auch bei der Spitz-Nothilfe wurden Beide zu Vermittlung eingestellt und ich begann Deedees und Funnys Tagebuch zu schreiben. Nicht jeder Tag kam darin vor, doch wenn etwas besonderes passierte, war es darin zu lesen.

 

Doch dann stand eine schwere Entscheidung an. Was sollte mit Deedees Zähnen passieren?

Wir hatten in der Zwischenzeit erfahren, dass Deedee während der Kastration vor etlichen Jahren, fast nicht mehr aus der Narkose erwacht war. Konnten und sollten wir es trotzdem wagen, sie erneut dem Risiko einer Narkose auszusetzen?

Nach zahlreichen Gesprächen entschlossen wir uns dazu. Das Argument, dass die verheerenden Zähne ein immerwährender Entzündungsherd darstellen, gab den Ausschlag. Zudem hatten wir mit Frau Dr. Huter eine Tierärztin unseres Vertrauens gefunden, die versprach, eine möglichst geringe Dosis nur anwenden zu wollen.

 
 

Deedee und Funny 06

 
 

Deedee und Funny 05

 

Als der Tag anstand, fuhr ich zusammen mit Frau Prinz mit sehr gemischten Gefühlen zur Tierärztin. Was mochte passieren? Ob wohl alles gut gehen würde? Ob wir wohl mit Funny UND Deedee zurück fahren könnten?

Für Funny stand eigentlich nur eine allgemeine Untersuchung und das normale Impfen an. Alles kein Problem. Sie war ihrem Alter entsprechend gesund, doch dann kam Deedee an die Reihe.

 

Zuerst stand auch bei ihr die allgemeine Untersuchung an. Herz und Kreislauf waren stabil. Da sie steif im Rücken war, bekam sie Akupressur und Akupunktur. Die Ohren wurden gereinigt und dann ... kamen die Zähne an die Reihe.

Nach der Narkosespritze schlief sie schnell ein. Die dicken Verkrustungen boten noch einige Überraschungen, so dass beispielsweise auch einer der großen Backenzähne (Molaren) gezogen werden musste, weil er bis in die Wurzel gespalten war.

Auch einige andere Zähne waren nicht mehr zu retten. Der Rest wurde gründlich gesäubert und mit einer Schutzschicht gegen neuen Zahnstein versehen.

 

Deedee und Funny 07

 
 

Deedees Zähne nach der Zahnsanierung

 
 
 

Während der ganzen Behandlung hatte Deedee ruhig geatmet und danach wachte sie schnell auf. Zuerst natürlich noch benommen, stand sie schon bald auf eigenen Beinen. Und die Zähne – welch ein Unterschied. Strahlend sauber und auch der Geruch war verschwunden.

Uns fiel ein Stein vom Herzen und nicht nur uns.

Gerade bei der Spitz-Nothilfe hatte man von Anfang an mitgefiebert und mitgehofft. Wie sehr man dort engagiert war, zeigten nicht nur die vielen, vielen Seitenaufrufe und aufmunternden Einträge. Auch finanziell hatte sich die Spitznothilfe, dank etlicher Spenden und die Gruppe Essen-Mülheim, bei den Tierarztkosten engagiert. Hierzu unser herzlichster Dank !!!

In den nächsten Wochen war weiteres Konditionstraining angesagt. Häufig ging es an die Niers, weil dort sofort ein weicher Grasweg zur Verfügung stand. Dabei entstanden unzählige Aufnahmen. Einen kleinen Ausschnitt möchte ich auch hier zeigen:

 
 

Deedee und Funny 12

 
 

Deedee und Funny 10

 
 

Deedee und Funny 11

 
 

Deedee und Funny 08

 
 

Deedee und Funny 13

 
 

Deedee und Funny 11

 
 

Deedee und Funny 17

 
 

Deedee und Funny 18

 
 

Deedee und Funny 20

 
 

Deedee und Funny 22

 
 

Deedee und Funny 15

 
 

Deedee und Funny 16

 
 

Deedee und Funny 09

 
 

Deedee und Funny 21

 
 

Deedee und Funny 19

 

Um den 20. September war abzusehen, dass wir zumindest für eine unserer Notspitze einen Platz finden könnten. Isabella aus Österreich war sehr interessiert. Wir kannten Isabella von Ausstellungen und somit war die erste Hürde schon fast genommen. Viele Telefonate und E-Mails waren aber noch erforderlich, bis sie schließlich Funny, die doch deutlich mobilere Hündin zugesprochen bekam.

Obwohl Funny in Österreich nicht ins Hochgebirge kam, sollte es doch eine große Umstellung für Sie werden. Am 7. Oktober war es dann soweit. Die Wege von Deedee und Funny trennten sich, mussten sich leider trennen. Wir hofften, dass beide Hunde mit der Trennung zurecht kommen würden. Dazu war Deedee schon wenige Tage vor unserer Abreise zum Test ausgezogen.

 

Deedee und Funny 23

 

750 Kilometer Fahrt lagen vor uns. Doch da wir sowieso zur Weltausstellung nach Bratislava fahren wollten, lag Funnys neue Heimat fast am Wegesrand. Wir wussten, dass sie gerne Auto fuhr, und so war die weite Strecke kein Problem.

Es war ein richtiger Sommertag, den wir in Österreich
eintrafen. Isabella wohnte genauso ländlich wie wir -
höchstens noch abgeschiedener. Eine zweite Wolfsspitz-
hündin, zwei Pferde und ein Esel gehörten auch ncoh
dazu. Das sollte passen. Die Landschaft glich einer
Mittelgebirgslandschaft. Das war dann für Funny
zwar anstrengend aber wohl machbar.

Uuerst einmal verkroch sich Funny
unter einem Tisch. Die fremde
Umgebung, Evita, Isabellas
Hündin und, und, und. Alles
war fremd.

Als dann auch noch Snoopy, unser schwarzer
Mittelspitz, versuchte  mit Evita anzubändeln,
war alles vorbei. Schließlich war Snoopy Funnys
letzte Stütze.

 

Trotzdem waren wir optimistisch, dass die Trennung von Deedee und die Eingewöhnung bei Isabella funktionieren könnte.

Letztendlich blieb ja auch noch der Notanker, dass wir Funny bei unserer Rückkehr einfach wieder mitnehmen könnte. So jedenfalls hatten wir es mit Isabella vereinbart.

 

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Funnys neues Zuhaue in Österreich

 
 

Doch dazu sollte es nicht kommen. Ein Telefonat nach der Ausstellung zeigte, dass Funny in die richtigen Hände gekommen war und langsam mit der neuen Situation zurecht kam. Wir hätten auch gut noch einmal bei Funny und Isabella vorbei schauen können, aber wir hätten es Funny – und zugegebenermaßen auch uns - damit nur noch schwerer gemacht.

Deedee war währenddessen, wie schon gesagt, kurzzeitig umgezogen. Simone und Maria B. hatten sie zu sich genommen. Auch das funktionierte bestens. So möchten wir uns noch einmal recht herzlich für ihre Unterstützung bedanken.

 

Für Deedee jedoch wollte sich kein passender Interessent finden. Es gab zwar schon einmal eine Anfrage, doch bei einer so personenbezogenen Hündin wie Deedee, mussten wir bei der Auswahl ganz behutsam sein.

Auch die Foren nahmen weiter lebhaften Anteil an Deedees Schicksal. Bei der Spitznothilfe war sie über Wochen DAS Thema. Annähernd 9000 Seitenaufrufe zeigten, wie wichtig man dort Deedees Schicksal nahm. Doch auch das Fressnapfforum und Vivatier in Österreich halfen mit. Leider alles ohne Erfolg. Trotzdem geht unser Dank auch dorthin.

War Sie zu alt zum Vermitteln oder waren einfach nur unsere Ansprüche zu hoch?

 

Sie war einfach freundlich zu Jedem, der sie sah. Längst hieß sie nicht mehr einfach Deedee, sondern immer häufiger „Sonnenschein“ Sie ging mit zu unseren Gruppentreffen und war dort stets der Hahn im Korb.

Sie war mit zum Besuch des Kürbisfestes in Herscheid, wo die Spitz-Nothilfe vor ihrer JHV einen immer viel beachteten Rundgang machte.

Sie kam sogar in die Tagespresse, denn die Lüdenscheider Nachrichten berichteten mit einem großen Artikel über die JHV und auch über die beiden teilnehmenden Notspitze Deedee und Mogli.

 

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Deedee auf dem Herscheider Kürbismarkt

 
 

Wiederum war es die Spitznothilfe, die dafür sorgte, dass eine weitere Möglichkeit genutzt werden konnte, Deedee doch noch zu vermitteln.

Der WDR, mit seinem dritten Programm, strahlt wöchentlich die Sendereihe „Tiere suchen ein Zuhause“ aus. Bisher war noch nie ein Hund der Spitz-Nothilfe dort vorgestellt worden. Doch jetzt stand mit dem Mittelspitz Mogli ein Kandidat zur Verfügung. Da der aber stets sehr aufgeregt war, sollte Deedee zur Beruhigung, quasi als lebende „Valiumtablette“,  mit dabei sein.

Groß waren die Chancen nicht, dass das Team um Frau Ludwig, Mogli annehmen würde. Doch die Spitz-Nothilfe handelte nach dem Motte: „Wer wagt – gewinnt“ und genau das geschah. Mogli wurde für die Sendung angenommen, und so stand der Drehtermin für Anfang Dezember in Köln Bocklemünd fest. Deedee durfte als Begleitung mit dabei sein. Eine Ausnahmeregelung, wie sich herausstellte.

 

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Deedee und Mogli vor dem WDR Studio in Köln

 
 

Morgens ging es nach Köln. Eine genaue Wegbeschreibung hatte der WDR geschickt, und wir konnten sogar mit den Hunden bis ins Gelände, bis vor das Studiogebäude, fahren.

Ein schmuckloser Zweckbau, der ausschließlich für die Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ gedacht war. Die Reklame am Eingang war nicht zu übersehen.

Ein Blick ins Studio zeigte dann die vom Fernsehen gewohnte Ansicht. Die Strohballen als Sitzgelegenheit, die verschiedenen Käfige für kleinere Tiere und Vögel, der verdeckte Zugang, aus dem heraus neue Tiere das Studio betreten konnten.

 

Dazu unzählige Scheinwerfer, die das Studio ausleuchteten. Wir hatten im Vorfeld der Sendung das komplette Script zugesandt bekommen und wussten eigentlich, was passieren würde. Eigentlich ...

... Es war ½ Stunde vor der Sendung. Frau Ludwig, die Moderatorin, ging noch einmal alle Informationen bezüglich der Hunde durch, als sie Deedee sah. „Ist das auch ein Notspitz?“ war ihre erste Frage. Frau Prinz, die gerade Deedee an der Leine hatte, bejahte. „Und warum wird sie nicht gezeigt?“ war die nächste Frage. Argumente, wie „Sie ist schon viel zu alt – für sie interessiert sich eh niemand.“ wollte Frau Ludwig nicht gelten lassen.

 

„Da kennen sie aber unsere Zuschauer nicht!“ war ihr schlagendes Argument.

Und damit avancierte Deedee zum „Fernsehstar“. Schnell noch wurde das Script zur Sendung geändert und die Angaben zu Deedee eingefügt. Zum Glück hatten wir sie morgens zurecht gemacht und gebürstet, so dass sie chic vor die Kamera treten konnte.

Genau das tat sie auch. Völlig relaxt, wie ein ausgebuffter Profi, der nie etwas anderes gemacht hatte, stand sie neben Mogli im Rampenlicht. Unser Sonnenschein zeigte einmal mehr ihre völlig ruhige und entspannt Art. Auch Mogli, sonst eher nervös und ein „Springinsfeld“, ließ sich von ihrer Gelassenheit anstecken. „Take it easy!“ schien auf einmal auch sein Wahlspruch zu sein.

 

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Deedee in den Kulissen des WDR

 
 

Schnell waren dann die eigentlichen Dreharbeiten zu Ende. Eine kurze und letzte Anweisung des Aufnahmeleiters zu Deedees Auftritt:  „Stellt das Schaf mal richtig rum!“ - und schon war die Sendung im Kasten.

Es konnte wieder nach Hause gehen. Doch es stellte sich die Frage, ob es richtig war, Deedee bei „Tiere suchen ein Zuhause“ vorzustellen. Wollten wir Deedee überhaupt noch vermitteln, oder hatten wir uns in der Zwischenzeit viel zu sehr an die stets bettelnde Deedee gewöhnt – hatte sie unserer Herz im Stillen und Geheimen erobert?

Wir hatten ja noch ein wenig Zeit. Die Sendung sollte erst am Sonntag nach Weihnachten, also am 27. Dezember, ausgestrahlt werden.

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Deedee, wenn auch in der Eile falsch geschrieben, auf der Internetseite des WDR

 
 

Nach Weihnachten hatte das Warten aber auch das Grübeln, ein Ende. Pünktlich um 18:15 begann die Sendung, und gleich der erste Beitrag war der zu Deedee und Mogli.

Sie kamen genauso rüber, wie sie im Studio waren – entspannt. Toll !!

Doch eine andere Frage brannte uns immer noch unter den Nägeln: „Was sollten wir Interessenten sagen, die sich für Deedee interessierten?“

 

Unsere Flucht in Überlegungen wie: „Für unsere Alte wird schon keiner anrufen.“, wurden schon wenige Minuten nach Sendebeginn Lügen gestraft. Das Telefon klingelte.

Zum Glück war der erste Anrufer aus dem Bergischen Land. Wir hatten in der Zwischenzeit erkennen müssen, dass Deedee, auch bei entsprechendem Training, für Berge, und wenn es auch nur Hügel sind, ungeeignet war.

Selbst hier am Niederrhein, wo die „Berge“ stattliche !!! 92 Meter erreichen, hatte sie Probleme beim kleinsten Anstieg. Von daher kam für sie Wuppertal, Solingen und Remscheid nicht in Betracht, von wo die ersten Anrufe kamen. Wahrheitsgemäß mussten wir ihnen erklären, dass Deedee dorthin nicht vermittelt werden könne. Gerade der Leitspruch auf der „Tiere suchen ein Zuhause“ Internetseite: „Tierre suchen ein Zuhause – Für immer!“ nahmen auch wir sehr ernst.

 

Doch dass Deedee Berge und auch den Schnee, den es kurz vor Weihnachten gab, nicht mochte, waren alles nur Ausflüchte.

Deedee hatte sich längst entschieden, wo sie den Rest ihres hoffentlich noch langen Lebens verbringen wollte: bei uns.

Nur wir wollten es nicht wahrhaben. In Wirklichkeit und insgeheim hatten auch wir uns innerlich längst entschieden, sie zu behalten. Wir mussten es uns nur noch eingestehen.

Es hieß allen Mut zusammennehmen und nicht vor der eigenen Entscheidung davonlaufen.

 

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Deedee mag keinen Schnee

 

Deedee darf bei uns bleiben!!!

Endlich hatten wir uns zum Jahresende zu diesem Entschluss durchgerungen.

Hoffentlich wird sie noch ein paar Jahre hier bei uns verbringen können. Hoffentlich erlebt sie noch so manchen Herbst bei uns.

Damit möchte ich die Geschichte über Funnys und Deedees Schicksal nach 4 Monaten beenden. Vielen Dank an Alle, für Ihre Unterstützung, Zuspruch, Beratung und Hilfe in jeglicher Art - Danke !!!

 

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