NützlichesRund um den SpitzTipps rund um Ausstellungen

Tausend und Eine Antwort

für den Neuling im Ausstellungsring

Wer sich zum ersten Mal aufmacht, um seinen Hund auf einer Ausstellung zu zeigen, für den baut sich ein wahres Fragengebirge auf. Es kann natürlich seinen Züchter um Hilfe und Unterstützung bitten. Die Meisten sind auch bereit dazu. Wir haben hier eine Fragen und Antwortenübersicht dargestellt, die auch schon die größten Hürden zu überwinden hilft. Wenn Ihnen noch etwas unklar sein sollte, dürfen Sie Ihre Fragen natürlich auch an uns stellen. Wir werden versuchen, sie zu beantworten und sie zugleich hier als Hilfe zu übernehmen.


Muss ich Mitglied in einem Verein sein, um an Ausstellungen teilnehmen zu dürfen?

Die Mitgliedschaft in einem Verein ist weder für Clubschauen, noch für nationale und internationale Ausstellungen Pflicht.

Muss mein Hund eine deutsche Ahnentafel haben?

Der Hund muss eine von der F.C.I. anerkannte Ahnentafel oder Registerahnentafel haben. Ob sie im In- oder Ausland ausgestellt wurde, spielt keine Rolle. Ahnentafeln des Vereins für Deutsche Spitze, der SKG, des ÖKV - um nur Einige zu nennen - sind F.C.I. anerkannt und berechtigen daher zum Ausstellen. So genannte Dissidenzahnentafeln berechtigen nicht zum Start. Hier wäre im Vorfeld eine Registrierung des Hundes erforderlich.

Wie alt muss mein Hund mindestens sein, wenn er das erste Mal auf einer Ausstellung gerichtet werden darf?

Das ist von Land zu Land unterschiedlich geregelt. In Deutschland muss der Hund am Tag bevor er gerichtet wird (Neureglung seit 01.01.2009) mindestens 6 Monate alt sein. Wie alt er am Tag der Meldung ist, spielt keine Rolle.

Kann ich sofort zu allen Ausstellungen melden, oder muss ich mich erst über Club - und Nationalen - zu Internationalen - Ausstellungen “hocharbeiten”?

Man kann sofort zu allen Ausstellungen melden. Eine Reihenfolge ist nicht zu beachten.

Mit welchen Ausstellungen sollte ich als Neuling anfangen?

Hierzu sollte man seinen Hund kennen. Ist er eher der ängstliche Typ, dann wäre ein Clubschau mit vielleicht höchstens 100 Hunden eher etwas, als eine Internationale Schau mit mehreren Tausend Hunden anzuraten. Doch auch auf einer Clubschau können die Räumlichkeiten so beengt sein, dass der Hund sich nicht wohl fühlt. Von daher kann es gut sein, beim ersten Ausstellungsbesuch gar nicht selbst auszustellen, sonder nur den Hund an die Atmosphäre zu gewöhnen. Rechtzeitiges Erscheinen und eigene Gelassenheit sind hier viel entscheidender.

Muss ich den Impfausweis mitbringen?

Der blaue Impfausweis ist mitzubringen. Die erforderlichen Impfungen müssen mit den erforderlichen Wartezeiten ausgeführt worden sein. Die Bestimmungen weichen von Land zu Land voneinander ab, stehen aber auf den Meldeunterlagen. Der Impfausweis wird meist am Eingang kontrolliert und sollte er vergessen sein, ist leider die Ausstellung damit schon vorüber. Also UNBEDINGT mitbringen !!!

Dürfen läufige Hündinnen ausgestellt werden?

Seit 01.01.2009 dürfen auch in Deutschland läufige Hündinnen ausgestellt werden. In den meisten europäischen Ländern ist es ebenso geregelt, doch es gibt Ausnahmen.

Wo bekomme ich Meldepapiere?

Wir bieten Ihnen auf den Seiten Internationale Ausstellungen und Clubschauen die Möglichkeit, sich über die meisten Hundeausstellungen in Europa zu informieren. Auf den regionalen Seiten gibt es in der Regel die Meldeunterlagen als download oder aber Adressen, von denen man sich entsprechende Unterlagen schicken lassen kann.

In welche Klasse muss ich meinen Hund melden?

In Deutschland existieren 7 Klassen, in denen Spitze gemeldet werden können. Zugangsberechtigungen kommen auf Grund des Hundealters und der bereits errungenen Titel zustande. Bei der Berechnung des Hundealters ist der Stichtag grundsätzlich der Tag vor der möglichen Bewertung (§13.3. VDH Ausstellungsordnung). Demzufolge ergeben sich die folgenden Klassen:

Jüngstenklasse   6 - 9 Monate

Jugendklasse 9 - 18 Monate

Zwischenklasse 15 - 24 Monate

Offene Klasse ab 15 Monate

Championklasse ab 15 Monate mit anerkanntem Nachweis am Tag des offiziellen   Meldeschlusses (meist der 2. Meldeschluss)

Veteranenklasse ab 8 Jahre

Ehrenklasse  mit anerkanntem Nachweis (Internationaler Champion) am  Tag    des offiziellen Meldeschlusses (meist der 2. Meldeschluss)

Das Alter bei der Jugend-, Zwischen- und Offenen-Klasse überschneidet sich. Es liegt in der Hand des Ausstellers zu entscheiden, in welche Klasse sein Hund gehört, bzw. in welcher Klasse er seinem Hund die größten Chancen einräumt, bzw. in welcher Klasse er noch Anwartschaften benötigt.

Wie kann ich meinen Hund melden?

Die online - Meldung ist heute meist Standard. Trotzdem kann man, wenn auch nicht überall, weiter mit den Formularen schriftlich melden. Deutlich lesbar sollte es sein, damit die Ausstellungsleitung möglichst wenig Arbeit hat. Alles muss ausgefüllt sein. Unter Umständen, Bestimmungen beachten, ist die Ahnentafel oder Championnachweise in Kopie beizufügen. Beim Überweisen des Meldegeldes den Hundenamen (wie in der Ahnentafel angegeben) und möglichst die Rasse angeben.

Bekomme ich eine Annahmebestätigung?

Bei nationalen und internationalen Schauen gibt es eine Annahmebestätigung, die möglichst umgehend zu kontrollieren ist und, wenn Fehler vorhanden sind, diese melden, da sonst die falschen Angaben in den Katalog übernommen werden. Teilweise kommen die Bestätigungen sehr spät. Bei den Clubschauen gibt es keine Annahmebestätigung.

 

Wie kann ich mich auf eine Ausstellung zu Hause vorbereiten?

  • Der Hund muss die Abläufe im Ring üben: Laufen, Stehen (auch über längere Zeit), Wendungen, Zähne zeigen, Hoden abtasten, Anfassen lassen
  • Dies geschieht nicht durch einmaliges üben, sondern muss ständig wiederholt werden
  • Gut ist, wenn die Gruppe, in der man möglicherweise ist, ein Ringtraining anbietet
  • Der Hund soll durch gründliches und wiederholtes Kämmen und Bürsten auf die Ausstellung vorbereitet werden
  • Gerade bei weißen Hunden könnte auch ein vorheriges Baden angesagt sein.
  • Unsere Spitze werden nur wenig beschnitten. Hauptsächlich die Pfoten, die Ohren und überlange Haare im Bereich der Hosen und Beine
  • Krallen sollten beschnitten werden
  • Die Zähne sollten keinen Zahnstein haben
  • Der Hund darf keinesfalls aggressiv sein. Welcher Richter wird schon gerne gebissen
  • Hunde werden ausschließlich mit einer Vorführleine(möglichst in Fellfarbe) im Ring gezeigt. Diese auch schon zu Hause zum Üben anlegen.

Was ziehe ich an?

  • Saubere und ordentliche Kleidung ist angesagt
  • In keinem Fall sollte man “overdressed” den Ring betreten. Das Abendkleid ist genauso fehl am Platze, wie der Trainingsanzug.
  • Die Kleidung sollte in farblichem Kontrast zum Hund stehen
  • Die Schuhe sollten, insbesondere bei den größeren Varietäten, bequem sein und ein zügiges Laufen im Ring ermöglichen

An was muss ich bei der Anreise denken?

  • Impfpass mitbringen und am Eingang bereithalten
  • Ahnentafel und Meldebestätigung mitbringen
  • Klappstuhl, Essen und Trinken (für die Aussteller) mitbringen, da es in der Regel auf den großen Schauen sehr teuer ist, dazu Geld, Brille usw.
  • Für die Hunde ist mitzubringen: Liegeteppich, Wasser, Napf, Kamm, Bürste Handtuch Sicherheitsnadel, Kotbeutel, Küchenrolle, Vorführleine und sonstige Utensilien, die zum Zurechtmachen der Hunde gebraucht werden
  • Rechtzeitig losfahren und dabei an Schlangen bereits vor dem Parkplatz und am Eingang denken

Was passiert beim Betreten der Halle?

  • Meldebestätigung und Impfausweis am Eingang bereit halten
  • Durch die Meldebestätigung hat eine Person freien Zutritt. Bei weiteren Personen Eintrittskarte kaufen
  • Katalog abholen. Ausgabe ist meist direkt hinter dem Eingang. In einigen Ländern ist der Katalog kostenpflichtig
  • Im Katalog die Ringnummer und die Ausstellungsnummer nachsehen. Am Besten ganz hinten im Katalog im Ausstellerverzeichnis
  • Am Ring einen guten Platz mit Sicht auf das Geschehen aussuchen. Ist der Hund eher ängstlich veranlagt, sollte man eher im Hintergrund bleiben.
  • Mit Meldebestätigung und Ahnentafel am Richtertisch die Startnummer abholen
  • Im Katalog die Reihenfolge des Richtens herausfinden. Dabei richtet sich die Reihenfolge nach dem Katalogeintrag
  • Verbliebene Zeit bis zum Richten durch Kontakte knüpfen verkürzen. Dabei den Hund mitnehmen, damit er sich an die Gegebenheiten gewöhnen kann. Bei sehr ängstlichen Hunden sollte man es nicht übertreiben.
  • So lange das Richten noch nicht begonnen hat, kann man mit dem Hund im Ring üben, damit er sich an den Bodenbelag und die Umgebung gewöhnen kann
  • Hund öfter als normal zum Gassigehen ins Freie (Löseplatz) führen. Der Hund ist sehr aufgeregt.
  • Sobald das Richten begonnen hat, kann man von den “alten Hasen” durch nachahmen üben.
  • Hund rechtzeitig zum Richten ein letztes Mal durch Kämmen und Bürsten zurechtmachen.
  • Sprayen ist in Deutschland und vielen Nachbarstaaten verboten
  • Eigene Kleidung auf all zu viele Hundehaare kontrollieren

Was passiert unmittelbar vor dem Richten und im Ring?

  • Startnummer gut sichtbar am Oberkörper befestigen (dafür war die Sicherheitsnadel)
  • Vorführleine anlegen und auf guten Sitz kontrollieren (nicht zu fest aber trotzdem sicher am Hals - verdeckter Sitz in der Mähne)
  • Bürsten ist im Ring verboten.
  • Den Ring betritt man am Ringeingang. Daher sollte man sich rechtzeitig am Eingang einfinden
  • Immer daran denken: Eine Hundeausstellung ist eine Show - also präsentieren sie Ihren Hund so, als wenn Sie eine Braut zum Altar führen.
  • Den Ring nach Aufforderung durch den Ringsekretär betreten und in der Reihenfolge der Startnummern aufstellen. Der Platz zum Aufstellen ist in der Regel links vom Richtertisch (vom Tisch aus gesehen)
  • Abstand halten zu den Nachbarhunden
  • Alle in einer Reihe aufstellen, keiner zu weit nach vorne oder nach hinten
  • Den Anweisungen des Richters folgen. Der Ablauf ist meist folgender:
    • Eine oder mehrere Einlaufrunden mit allen Hunden der Klasse. Dabei wird immer entgegen dem Uhrzeigersinn mit dem Hund an der linken Seite gelaufen
    • Aufstellen links vom Richtertisch, der Hund mit der niedrigsten Startnummer vorne
    • Nach Aufforderung geht der erste Hund zum Richter (bei den Kleinen geht es zum Tisch)
    • Abstand zum Richter möglichst ca. 2 mtr. halten
    • Der Richter kontrolliert die Zähne und beim Rüden die Hoden
    • Der Richter fühlt den ganzen Hund ab, um z.B. die Knochenstärke zu beurteilen
    • Fragen des Richters (Alter des Hundes) kurz und knapp beantworten
    • Danach wird nochmals gelaufen. Figuren, wie der Richter es möchte (Auf und Ab, Dreieck und Kreis) Der Hund wird immer mit der linken Hand geführt
    • Während der Richterbericht geschrieben wird, den Hund immer aufmerksam  halten und auch dabei einen Abstand von 2 mtr. zum Richter halten
    • Nach Beendigung des Richtens in einem Kreis vom Richter weg an die letzte  Position der wartenden Hunde im Ring laufen
    • Weiter den Hund präsentieren
  • Nach Ende des Einzelrichtens müssen meist alle Hunde nochmals laufen. Danach platziert der Richter.
  • Achten Sie auf “Fair play” und gratulieren Sie
  • Sie können den Ring verlassen. Sollten Sie den ersten Platz mit V1gemacht haben müssen Sie mindestens ein weiteres Mal in den Ring.
  • Nachdem alle Rüden der Varietät gerichtet wurden, kommt es zum Stechen, d.h. die V1 Rüden der  Zwischen-, Champion- und Offenen Klasse laufen gegeneinander um das Vereins CAC oder das CACIB.
  • Zur Vergabe der Reserveanwartschaft kommt der zweitplazierte Hund der Klasse dazu, in der der Hund das CACIB gewonnen hat (V2 Bewertung erforderlich) Beim erneuten Stechen wird die Reserveanwartschaft vergeben.
  • Bei den Hündinnen erfolgt die gleiche Prozedur
  • Danach erfolgt das Stechen um das BOB. Teilnahmeberechtigt sind die Sieger der Veteranen-, Ehren- und Jugendklasse, sowie der Sieger des vorangegangenen Stechens um das Vereins CAC, bzw. CACIB und das sowohl bei Rüde und Hündin. Maximal können also 8 Hunde um das BOB laufen.
  • Der BOB - Hund läuft teilweise auch noch um den Titel “Schönster Spitz” im Spitzring
  • Der BOB Hund muss auf nationalen und internationalen Ausstellungen im Ehrenring um den Titel “Bester Hund der Gruppe” und möglicherweise um den Titel “Bester Hund der Ausstellung” antreten
  • Nicht mit dem Richter oder über den Richter schimpfen. Das Urteil ist unanfechtbar !!!
  • Immer daran denken: “Der eigene Hund ist immer der Schönste - auch wenn die Anderen es nicht bemerken”

Wann darf ich wieder nach Hause?

  • Ein vorzeitiges Verlassen des Ausstellungsgeländes ist nicht gestattet
  • In Deutschland werden die abgegebenen Papiere meist nicht vor 15:00 herausgegeben. Im Ausland ist dies anders.
  • Herausgegebenen Papiere auf Vollständigkeit und Korrektheit der Eintragungen im Richterbericht prüfen. Es kommt immer mal vor, dass Anwartschaften vergessen wurden. Jetzt ist noch Zeit, diese nachzutragen
  • Wenn man nicht in den Ehrenring braucht, kann man danach die Ausstellung verlassen.

 

 
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