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Deedee und Funny

Zwei “Notfall - Spitz - Hündinnen kommen ins Haus

© Text:  Udo Greeven
© Fotos:  Greeven (29), Prinz (4)

Es war Anfang September 2009, als ein Hilferuf die Gruppe Essen Mülheim erreichte. Ein langjähriges aber ehemaliges Mitglied war plötzlich und unerwartet ins Pflegeheim gekommen. Somit standen die im Haus der älteren und allein stehenden Dame lebenden beiden älteren Wolfsspitzhündinnen plötzlich einsam und verlassen da.

Zwar kam der Sohn der alten Dame zweimal täglich ins Haus, um nach den beiden Hündinnen zu sehen, sie zu füttern und sie auch einmal kurz zum Gassi gehen zu führen, doch konnte das keine Lösung sein.

Ein Umzug zum Sohn schied aus, da die Hündinnen als nicht kinderverträglich galten.

Was also sollte mit einer 10 und einer 13½ jährigen Hündin geschehen? Ins Tierheim? Nein auch das konnte und durfte nicht die Lösung sein.

Auf der Suche nach einem vorübergehenden Pflegestellenplatz fiel die Wahl der Gruppe auf uns.

Deedee und Funny 01

Die ersten Schritte bei uns Zuhause

Nur kurz hatten wir überlegt und dann unsere Zustimmung gegeben. Gemeinsam mit Frau Prinz, der Gruppenvorsitzenden, machten wir uns auf den Weg in die Nähe von Düsseldorf, um die beiden Hündinnen zu übernehmen. Beide machten einen überaus ängstlichen Eindruck, wobei besonders Funny, die jüngere und dunklere der beiden Wölfe, zitternd unter dem Sessel lag und sich auch vom Sohn fast nicht anleinen ließ.

Wir ahnten Schlimmes !!!

Endlich angeleint ließen sie sich aber ohne weitere Probleme ins Auto setzen, und die zum Glück nur 40 km weite Fahrt konnte beginnen.

Deedee und Funny 02

Deedees Zähne bei der Ankunft

Schon beim Anleinen hatten wir gemerkt, dass Deedee unter einem entsetzlichen Mundgeruch litt. Während der Fahrt schaffte es die eingeschaltete Klimaanlage nicht, diesen Geruch aus dem Auto zu vertreiben.

Nach einer ¾ stündigen Fahrt hatten wir unser Ziel erreicht. Deedee und Funny konnten aussteigen und erst einmal eine gemeinsame Runde über den Rasen gehen.

Doch woran mochte dieser entsetzliche Mundgeruch liegen?

Das Foto links offenbart die ganze Misere. Die Zähne waren unter dem Zahnstein kaum noch zu erkennen.

Viele fehlten und Einige hatten eine Fehlstellung, wie wir sie noch nie gesehen hatten. Wenn wir jetzt behaupten würden, dass wir unseren Entschluss, Deedee und Funny ein neues, wenn auch nur vorübergehendes, Zuhause zu bieten, nicht in diesem Moment anfingen zu bereuen,  müssten wir lügen.

Der anschließende kleine Spaziergang mit den Beiden zeigte eine weitere, bisher nicht beachtete Eigenschaft. Beide hatten so gut wie keine Kondition. Nach nicht einmal 200 Metern ging es nicht weiter. Besonders Deedee war einfach am Ende ihrer Kräfte angelangt, und auch Funny wirkte sichtlich erschöpft.

Wie lange mochte es her sein, dass die Beiden ihren letzten Spaziergang genossen hatten? Waren sie vielleicht in den letzten Jahren nur noch im kleinen Garten gewesen? 

Deedee und Funny 03

Deedees erster Putenhals

Da wir uns entschlossen hatte, Deedee und Funny eine Pflegestelle zu bieten, ging es darum Lösungen für die Probleme zu finden. Als Erstes gab es Putenhals für die Neuankömmlinge zu fressen, wodurch sich die Zähne auf natürliche Weise reinigen konnten. Es folgte die nächste Überraschung. Nicht dass Deedee auf Grund ihrer Zähne nicht dazu in der Lage gewesen wäre, Putenhals zu fressen – nein, sie war nicht in der Lage, ihn mit den Vorderpfoten festzuhalten. Auch das schien sie nie gelernt zu haben, oder zumindest lag es so lange zurück, dass sie es vergessen hatte. Funny hatte in dieser Hinsicht keine Probleme. Sie wusste, dass sie zum Fressen auch die Pfoten zu Hilfe nehmen konnte.

In den darauf folgenden Tagen wurde das Wetter zum Glück angenehmer und die Temperaturen gingen zurück. Somit konnten wir daran gehen, Deedees und Funnys tägliche Ausflüge langsam, ganz langsam, zu steigern. Mal waren es 50 Meter mehr, dann vielleicht hundert Meter mehr.

Schließlich waren wir so weit, dass wir auf einem Grasweg ankamen, und von nun an machte sie stärkere Fortschritte. Der weiche Untergrund tat offensichtlich ihren Knochen und Gelenken gut.

Bald schon schaffte sie einen Kilometer. Doch man merkte, dass sie am liebsten den Heimweg antrat. Dabei wurde sie auch richtig schnell und so musste man aufpassen, dass sie nicht eher Zuhause war, als man selbst.

Weglaufen war bei Deedee nie angesagt. Vom ersten Tag an hatte sie unser Haus als ihr neues Zuhause angesehen. Wenn sie, was mehrfach geschah, voraus lief, ging sie stets von hinten durch den Garten, von dort durch das offen stehende Tor auf den Innenhof unseres Bauernhofs und setzte sich vor die Tür zum Haus, um darauf zu warten, herein gelassen zu werden.

Deedee Portrait

Deedee the Shamrock
vom alten Nierstal

Wolfsspitzhündin
ZuchtbNr.: VDH/DSp: 72007
geb. 21.03.1996
Vater:
Shamrock´s Bet The Farm
Mutter:
Anka Wolf v. Tangstedterforst
Besitzer:
Dorothee und Udo Greeven

Ich glaube, dass sie damals schon wusste, wo sie einmal ihr neues Zuhause finden würde.

Auch in dieser Beziehung war Funny ganz anders. Auch sie war keinesfalls fit, doch ihr bereiteten die Spaziergänge erheblich weniger Mühe. Sie lief stets in unserer unmittelbaren Nähe. Nur sehr selten entfernte sie sich mehr als fünf Meter, und man musste stets aufpassen, nicht auf ihre Pfoten zu treten. Nie wäre es Funny eingefallen, alleine voraus oder gar nach Hause zu laufen.

Ihre Ängstlichkeit hatte sie inzwischen überwunden. Ein böses Anknurren, wie wir es von ihr noch gegenüber dem Sohn gehört hatten, war uns gegenüber nie zu vernehmen. Anders sah es gegenüber unseren Kindern aus. Welche Erfahrungen mochte sie gemacht haben? Wir werden es wohl nie erfahren.

Deedee und Funny 04

Können diese Augen lügen?

Obwohl Max, unser Jüngster, mit 14 Jahren schon halb erwachsen war, wurde er von Funny wohl als Kind gesehen und stets angeknurrt. Er konnte sich neben sie setze, sie streicheln und plötzlich ... knurrte sie. Nicht, dass sie schnappen oder beißen wollte; sie wollte wohl eher ihre Stellung im Rudel verdeutlichen.

Zu uns und auch zu Moritz, unserem 19 Jährigen, war sie eher unterwürfig.

In der Zwischenzeit hatten wir die beiden Mädchen auf die Homepage des Liebhabervereins als Notfall-Spitze gesetzt, obwohl dort gleichzeitig noch zwei weitere Wölfe standen.

Auch bei der Spitz-Nothilfe wurden Beide zu Vermittlung eingestellt und ich begann Deedees und Funnys Tagebuch zu schreiben. Nicht jeder Tag kam darin vor, doch wenn etwas besonderes passierte, war es darin zu lesen.

Doch dann stand eine schwere Entscheidung an. Was sollte mit Deedees Zähnen passieren?

Wir hatten in der Zwischenzeit erfahren, dass Deedee während der Kastration vor etlichen Jahren, fast nicht mehr aus der Narkose erwacht war. Konnten und sollten wir es trotzdem wagen, sie erneut dem Risiko einer Narkose auszusetzen?

Nach zahlreichen Gesprächen entschlossen wir uns dazu. Das Argument, dass die verheerenden Zähne ein immerwährender Entzündungsherd darstellen, gab den Ausschlag. Zudem hatten wir mit Frau Dr. Huter eine Tierärztin unseres Vertrauens gefunden, die versprach, eine möglichst geringe Dosis nur anwenden zu wollen.

Deedee und Funny 06

Deedee und Funny 05

Als der Tag anstand, fuhr ich zusammen mit Frau Prinz mit sehr gemischten Gefühlen zur Tierärztin. Was mochte passieren? Ob wohl alles gut gehen würde? Ob wir wohl mit Funny UND Deedee zurück fahren könnten?

Für Funny stand eigentlich nur eine allgemeine Untersuchung und das normale Impfen an. Alles kein Problem. Sie war ihrem Alter entsprechend gesund, doch dann kam Deedee an die Reihe.

Zuerst stand auch bei ihr die allgemeine Untersuchung an. Herz und Kreislauf waren stabil. Da sie steif im Rücken war, bekam sie Akupressur und Akupunktur. Die Ohren wurden gereinigt und dann ... kamen die Zähne an die Reihe.

Nach der Narkosespritze schlief sie schnell ein. Die dicken Verkrustungen boten noch einige Überraschungen, so dass beispielsweise auch einer der großen Backenzähne (Molaren) gezogen werden musste, weil er bis in die Wurzel gespalten war.

Auch einige andere Zähne waren nicht mehr zu retten. Der Rest wurde gründlich gesäubert und mit einer Schutzschicht gegen neuen Zahnstein versehen.

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Deedees Zähne nach der Zahnsanierung

Während der ganzen Behandlung hatte Deedee ruhig geatmet und danach wachte sie schnell auf. Zuerst natürlich noch benommen, stand sie schon bald auf eigenen Beinen. Und die Zähne – welch ein Unterschied. Strahlend sauber und auch der Geruch war verschwunden.

Uns fiel ein Stein vom Herzen und nicht nur uns.

Gerade bei der Spitz-Nothilfe hatte man von Anfang an mitgefiebert und mitgehofft. Wie sehr man dort engagiert war, zeigten nicht nur die vielen, vielen Seitenaufrufe und aufmunternden Einträge. Auch finanziell hatte sich die Spitznothilfe, dank etlicher Spenden und die Gruppe Essen-Mülheim, bei den Tierarztkosten engagiert. Hierzu unser herzlichster Dank !!!

In den nächsten Wochen war weiteres Konditionstraining angesagt. Häufig ging es an die Niers, weil dort sofort ein weicher Grasweg zur Verfügung stand. Dabei entstanden unzählige Aufnahmen. Einen kleinen Ausschnitt möchte ich auch hier zeigen:

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Um den 20. September war abzusehen, dass wir zumindest für eine unserer Notspitze einen Platz finden könnten. Isabella aus Österreich war sehr interessiert. Wir kannten Isabella von Ausstellungen und somit war die erste Hürde schon fast genommen. Viele Telefonate und E-Mails waren aber noch erforderlich, bis sie schließlich Funny, die doch deutlich mobilere Hündin zugesprochen bekam.

Obwohl Funny in Österreich nicht ins Hochgebirge kam, sollte es doch eine große Umstellung für Sie werden. Am 7. Oktober war es dann soweit. Die Wege von Deedee und Funny trennten sich, mussten sich leider trennen. Wir hofften, dass beide Hunde mit der Trennung zurecht kommen würden. Dazu war Deedee schon wenige Tage vor unserer Abreise zum Test ausgezogen.

Deedee und Funny 23

750 Kilometer Fahrt lagen vor uns. Doch da wir sowieso zur Weltausstellung nach Bratislava fahren wollten, lag Funnys neue Heimat fast am Wegesrand. Wir wussten, dass sie gerne Auto fuhr, und so war die weite Strecke kein Problem.

Es war ein richtiger Sommertag, den wir in Österreich
eintrafen. Isabella wohnte genauso ländlich wie wir -
höchstens noch abgeschiedener. Eine zweite Wolfsspitz-
hündin, zwei Pferde und ein Esel gehörten auch ncoh
dazu. Das sollte passen. Die Landschaft glich einer
Mittelgebirgslandschaft. Das war dann für Funny
zwar anstrengend aber wohl machbar.

Uuerst einmal verkroch sich Funny
unter einem Tisch. Die fremde
Umgebung, Evita, Isabellas
Hündin und, und, und. Alles
war fremd.

Als dann auch noch Snoopy, unser schwarzer
Mittelspitz, versuchte  mit Evita anzubändeln,
war alles vorbei. Schließlich war Snoopy Funnys
letzte Stütze.

Trotzdem waren wir optimistisch, dass die Trennung von Deedee und die Eingewöhnung bei Isabella funktionieren könnte.

Letztendlich blieb ja auch noch der Notanker, dass wir Funny bei unserer Rückkehr einfach wieder mitnehmen könnte. So jedenfalls hatten wir es mit Isabella vereinbart.

Deedee und Funny 24

Funnys neues Zuhaue in Österreich

Doch dazu sollte es nicht kommen. Ein Telefonat nach der Ausstellung zeigte, dass Funny in die richtigen Hände gekommen war und langsam mit der neuen Situation zurecht kam. Wir hätten auch gut noch einmal bei Funny und Isabella vorbei schauen können, aber wir hätten es Funny – und zugegebenermaßen auch uns - damit nur noch schwerer gemacht.

Deedee war währenddessen, wie schon gesagt, kurzzeitig umgezogen. Simone und Maria B. hatten sie zu sich genommen. Auch das funktionierte bestens. So möchten wir uns noch einmal recht herzlich für ihre Unterstützung bedanken.

Für Deedee jedoch wollte sich kein passender Interessent finden. Es gab zwar schon einmal eine Anfrage, doch bei einer so personenbezogenen Hündin wie Deedee, mussten wir bei der Auswahl ganz behutsam sein.

Auch die Foren nahmen weiter lebhaften Anteil an Deedees Schicksal. Bei der Spitznothilfe war sie über Wochen DAS Thema. Annähernd 9000 Seitenaufrufe zeigten, wie wichtig man dort Deedees Schicksal nahm. Doch auch das Fressnapfforum und Vivatier in Österreich halfen mit. Leider alles ohne Erfolg. Trotzdem geht unser Dank auch dorthin.

War Sie zu alt zum Vermitteln oder waren einfach nur unsere Ansprüche zu hoch?

Sie war einfach freundlich zu Jedem, der sie sah. Längst hieß sie nicht mehr einfach Deedee, sondern immer häufiger „Sonnenschein“ Sie ging mit zu unseren Gruppentreffen und war dort stets der Hahn im Korb.

Sie war mit zum Besuch des Kürbisfestes in Herscheid, wo die Spitz-Nothilfe vor ihrer JHV einen immer viel beachteten Rundgang machte.

Sie kam sogar in die Tagespresse, denn die Lüdenscheider Nachrichten berichteten mit einem großen Artikel über die JHV und auch über die beiden teilnehmenden Notspitze Deedee und Mogli.

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Deedee auf dem Herscheider Kürbismarkt

Wiederum war es die Spitznothilfe, die dafür sorgte, dass eine weitere Möglichkeit genutzt werden konnte, Deedee doch noch zu vermitteln.

Der WDR, mit seinem dritten Programm, strahlt wöchentlich die Sendereihe „Tiere suchen ein Zuhause“ aus. Bisher war noch nie ein Hund der Spitz-Nothilfe dort vorgestellt worden. Doch jetzt stand mit dem Mittelspitz Mogli ein Kandidat zur Verfügung. Da der aber stets sehr aufgeregt war, sollte Deedee zur Beruhigung, quasi als lebende „Valiumtablette“,  mit dabei sein.

Groß waren die Chancen nicht, dass das Team um Frau Ludwig, Mogli annehmen würde. Doch die Spitz-Nothilfe handelte nach dem Motte: „Wer wagt – gewinnt“ und genau das geschah. Mogli wurde für die Sendung angenommen, und so stand der Drehtermin für Anfang Dezember in Köln Bocklemünd fest. Deedee durfte als Begleitung mit dabei sein. Eine Ausnahmeregelung, wie sich herausstellte.

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Deedee und Mogli vor dem WDR Studio in Köln

Morgens ging es nach Köln. Eine genaue Wegbeschreibung hatte der WDR geschickt, und wir konnten sogar mit den Hunden bis ins Gelände, bis vor das Studiogebäude, fahren.

Ein schmuckloser Zweckbau, der ausschließlich für die Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ gedacht war. Die Reklame am Eingang war nicht zu übersehen.

Ein Blick ins Studio zeigte dann die vom Fernsehen gewohnte Ansicht. Die Strohballen als Sitzgelegenheit, die verschiedenen Käfige für kleinere Tiere und Vögel, der verdeckte Zugang, aus dem heraus neue Tiere das Studio betreten konnten.

Dazu unzählige Scheinwerfer, die das Studio ausleuchteten. Wir hatten im Vorfeld der Sendung das komplette Script zugesandt bekommen und wussten eigentlich, was passieren würde. Eigentlich ...

... Es war ½ Stunde vor der Sendung. Frau Ludwig, die Moderatorin, ging noch einmal alle Informationen bezüglich der Hunde durch, als sie Deedee sah. „Ist das auch ein Notspitz?“ war ihre erste Frage. Frau Prinz, die gerade Deedee an der Leine hatte, bejahte. „Und warum wird sie nicht gezeigt?“ war die nächste Frage. Argumente, wie „Sie ist schon viel zu alt – für sie interessiert sich eh niemand.“ wollte Frau Ludwig nicht gelten lassen.

„Da kennen sie aber unsere Zuschauer nicht!“ war ihr schlagendes Argument.

Und damit avancierte Deedee zum „Fernsehstar“. Schnell noch wurde das Script zur Sendung geändert und die Angaben zu Deedee eingefügt. Zum Glück hatten wir sie morgens zurecht gemacht und gebürstet, so dass sie chic vor die Kamera treten konnte.

Genau das tat sie auch. Völlig relaxt, wie ein ausgebuffter Profi, der nie etwas anderes gemacht hatte, stand sie neben Mogli im Rampenlicht. Unser Sonnenschein zeigte einmal mehr ihre völlig ruhige und entspannt Art. Auch Mogli, sonst eher nervös und ein „Springinsfeld“, ließ sich von ihrer Gelassenheit anstecken. „Take it easy!“ schien auf einmal auch sein Wahlspruch zu sein.

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Deedee in den Kulissen des WDR

Schnell waren dann die eigentlichen Dreharbeiten zu Ende. Eine kurze und letzte Anweisung des Aufnahmeleiters zu Deedees Auftritt:  „Stellt das Schaf mal richtig rum!“ - und schon war die Sendung im Kasten.

Es konnte wieder nach Hause gehen. Doch es stellte sich die Frage, ob es richtig war, Deedee bei „Tiere suchen ein Zuhause“ vorzustellen. Wollten wir Deedee überhaupt noch vermitteln, oder hatten wir uns in der Zwischenzeit viel zu sehr an die stets bettelnde Deedee gewöhnt – hatte sie unserer Herz im Stillen und Geheimen erobert?

Wir hatten ja noch ein wenig Zeit. Die Sendung sollte erst am Sonntag nach Weihnachten, also am 27. Dezember, ausgestrahlt werden.

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Deedee, wenn auch in der Eile falsch geschrieben, auf der Internetseite des WDR

Nach Weihnachten hatte das Warten aber auch das Grübeln, ein Ende. Pünktlich um 18:15 begann die Sendung, und gleich der erste Beitrag war der zu Deedee und Mogli.

Sie kamen genauso rüber, wie sie im Studio waren – entspannt. Toll !!

Doch eine andere Frage brannte uns immer noch unter den Nägeln: „Was sollten wir Interessenten sagen, die sich für Deedee interessierten?“

Unsere Flucht in Überlegungen wie: „Für unsere Alte wird schon keiner anrufen.“, wurden schon wenige Minuten nach Sendebeginn Lügen gestraft. Das Telefon klingelte.

Zum Glück war der erste Anrufer aus dem Bergischen Land. Wir hatten in der Zwischenzeit erkennen müssen, dass Deedee, auch bei entsprechendem Training, für Berge, und wenn es auch nur Hügel sind, ungeeignet war.

Selbst hier am Niederrhein, wo die „Berge“ stattliche !!! 92 Meter erreichen, hatte sie Probleme beim kleinsten Anstieg. Von daher kam für sie Wuppertal, Solingen und Remscheid nicht in Betracht, von wo die ersten Anrufe kamen. Wahrheitsgemäß mussten wir ihnen erklären, dass Deedee dorthin nicht vermittelt werden könne. Gerade der Leitspruch auf der „Tiere suchen ein Zuhause“ Internetseite: „Tierre suchen ein Zuhause – Für immer!“ nahmen auch wir sehr ernst.

Doch dass Deedee Berge und auch den Schnee, den es kurz vor Weihnachten gab, nicht mochte, waren alles nur Ausflüchte.

Deedee hatte sich längst entschieden, wo sie den Rest ihres hoffentlich noch langen Lebens verbringen wollte: bei uns.

Nur wir wollten es nicht wahrhaben. In Wirklichkeit und insgeheim hatten auch wir uns innerlich längst entschieden, sie zu behalten. Wir mussten es uns nur noch eingestehen.

Es hieß allen Mut zusammennehmen und nicht vor der eigenen Entscheidung davonlaufen.

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Deedee mag keinen Schnee

Deedee darf bei uns bleiben!!!

Endlich hatten wir uns zum Jahresende zu diesem Entschluss durchgerungen.

Hoffentlich wird sie noch ein paar Jahre hier bei uns verbringen können. Hoffentlich erlebt sie noch so manchen Herbst bei uns.

Damit möchte ich die Geschichte über Funnys und Deedees Schicksal nach 4 Monaten beenden. Vielen Dank an Alle, für Ihre Unterstützung, Zuspruch, Beratung und Hilfe in jeglicher Art - Danke !!!

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